fake philosophy

2019-03-15 § Hinterlasse einen Kommentar

Zunehmend, und nicht nur Dank des amtierenden Präsidenten der USA, werden News immer weiter ins Kritikfeld der scheinbaren Intellektualität gerückt. Intellektualität nur allein, weil jegliches kritische Bemühen ein Bemühen des Geistes ist und damit sicher einer der unzähligen Intellektualitäten zuzuweisen sei- wir leben in einer Welt in der einfach niemand mehr Blöd ist – im Notfall hat er oder sie wenigstens spirituelle Intelligenz – Gott sei Dank. Nun gibt es sie aber, die fake news – und zahlreiche Kleingeister nutzten sofort das Erscheinen jenes Phänomens dem Internet zuzusprechen – so als würde man die Luft dafür verteufeln, nur weil sie die Schallwellen einer Lüge trägt. Einem Medium wie dem Internet sind andere Eigenschaften zu Problem geworden, als der Inhalt den es zu transportieren hat. Das Medium arbeitet an seiner eigenen Akkuranz, seiner Geschwindigkeit und seinem Appeal – natürlich nicht das Medium selbst, sondern jene Medienmenschen die fleisig das Medium wie einen Rohstoff bearbeiten – wie der Tischler es mit Holz tut und immer schon tat und den Leidenschaftlichsten unter ihnen spöttisch ein Fetisch nachgesprochen wird – blanker Neid der Orientierungslosen. Was nun also Gold für den Kapitalisten ist Stein für den Bildhauer und eben nun das aberwitzige Konstrukt von Null und Eins jetzt für Medienarbeiter|innen – ehemalige Schriftsetzer|innen und Drucker|innen – ehemalige Graphiker|innen und Typograph|innen – ehemalige Buchbinder|innen und Kunstmaler|innen, Chlicheschnitzer|innen – alle Arbeiten jetzt für das Appeal eines Mediums (und sie tun es gut). Elektriker|innen und Elektroniker|innen, Telematiker|innen und gleich einmal alle Physiker – sie arbeiten alle an der Geschwindigkeit des Mediums (und sie tun es gut). Und Schlussendlich: Die Genauigkeit des Mediums – bearbeitet von Menschen beiderlei Geschlecht aus der Zunft der Philologen, Philosophen, Semantiker und Semiotiker, Übersetzter und Korrekturleser – die Liste ist lang und auch trotz der Länge (tun sie es gut).  Ja natürlich gibt es da noch eine wesentliche Eigenschaft die ein Medium am Leben hält – die Flüchtigkeit. Und da sind sie, die Milliarden schon die genau gegen die Flüchtigkeit des Mediums anarbeiten – die User. Jene User, die bereitgestellte Informationen als transportiert und gespeichert wissen wollen – obgleich doch die zwei Tafeln von Moses verloren gegangen sind, sind doch die zehn Imperative noch immer erhalten – transponiert über die Jahrtausende von einem Medium auf das Nächste und nicht der Glaube an sie hat sie über die Jahre gebracht sonder der rein der Wille – der Wille einen Gedanken nicht sterben zu lassen. Dadurch definiert sich ein Medium – es ist Glaubensunabhängig aber schwer Willensgebunden. Mein Glaube morgen noch Photos von Grumpy Cat im Internet zu finden löst keinerlei Konsequenzen aus – mein Wille morgen noch Photos von Grumpy Cat im Internet zu finden – verlangt die Suche, die jene Willenskraft und Energie nach sich zieht, die allzu-menschlich und homotypisch für die Verschwendung und Synonym für ein Sich-selbst-hergeben wird und ist. Das Schlüsselwort ist also „wir“. Ein Wir-glauben morgen noch das „Times-News-Journal“ online auf der selben URL abrufbar zu finden ist gänzlich absurd, da der Glaube trotz seinem mächtigen Wir irrelevant ist. Anderseit ein Wir-wollen morgen noch „Times-News-Journal“ lesen, erzeugt Bedingungen die diesen Willen im Wir wahr werden lassen und so zum Lebenselexier des Mediums avancieren. Nun zu meinen, ein Medium sei wissenschaftlich oder humanistisch-orientiert allein ist gänzlich falsch, da der Glaube für das Medium selbst obsolet ist, jedoch für den zu transportierenden Gedanken fundamental. Damit wird ein Wir-wollen das die Inhalte wahr sind grundlegend unmöglich, ein Wir-glauben, das die Inhalte wahr sind logisch paradox jedoch existenziell für das Medium unanfechtbar. So korrespondiert das Medium zwischen Glauben und Wollen – genauergenommen zwischen einem Glauben und dem Willen zu Wissen ohne für sich die Wahrheit als Aktiv-Posten verbuchbar zu machen. Innerhalb dieser Spanbreite also tummeln sich Erkenntnisse und Fake News, genauso wie Banalitäten und Amüsantes – wobei die große Herausforderung (so will man uns glauben lassen) darin besteht, die Fake News zu erkennen und sie als solche abzuurteilen um ihnen in jeglicher Hinsicht ein Bestehen über die Zeit unmöglich zu machen. Dieses kritische Gehabe verlangten Pädagogen schon seit dem Ende des zweiten Weltkriegs (hier im indogermanischen Bereich) aus dem gesellschaftsstabilisierenden Grund keiner medial aufgearbeiteten Indoktrination (wie sie über den Volksempfänger passierte) auf dem Leim zu gehen. Also lehrten uns unsere Lehrer|innen das Unterrichtsprinzip Medienkonsum und die Besten unter ihnen schafften es sogar gegen den Unterhaltungswert von Pro7 und Konsorten anzupredigen – ein gänzlich unmögliches Bemühen – aber in seinem Wesen genau und richtig. Und so wurde einer neuen Generation das kritische Bewusstsein mitgegeben, das sie im Grunde gedanklich egalitär gegenüber dem Medium machte und so ergab es auch keinen großen Unterschied ob ein Gedanke aus der Wikipedia oder dem Bertelsmann-Verlag stammte – die Antwort auf das Phänomen: Post-Pragmatismus oder teleologischer Intensionalismus. Noch vor einigen Jahren war der Pragmatismus die vorherrschende Prüfung von Gedanken, den ist ein Gedanke nützlich, so ist er gut und ist er gut so ist er wahr. Dewey und Royce haben diese Nützlichkeitsphilosophie formuliert – so wie sie für die USA noch immer gilt und das Leitphilosophem der Gegenwart darstellt. Da nun aber das kritische Bewusstsein in Europa einen gänzlich historischen und greifbaren Moment verlangt und in den USA einzig und allein von der Art des Medienkonsums abhängt, haben sich divergierende Ansätze zum Pragmatismus im Okzident entwickelt die sowohl durch die Meinungsbildung der imperialen Cinematographie der USA und der am Existenzialismus orientierten wahrhaften Gegenwartswelt zu einer Vermischung eines Wahrheitsglaubens führte, der so wie schon erwähnt in der teleologischen Intension mündete und so weniger die Nützlichkeit als Paradigma bestimmt sondern sein Ziel bzw. seine Bestimmung hervorhebt. Fake bedeutet übersetzt in Substantive {Fälschung, Imitation, Attrappe, Schwindel, Hochstapler, Vortäuschung, Nachahmung, Simulant usw.} – die Worte sind in sich konsistent und erlauben nach Übersetztung keine Antonyme. Fake kann also nur ein unmethodischer Transfer von Gedanken bedeuten (will man der Definition glauben schenken) der in seiner Referenz dennoch Methode hat – die Methode des originären Seins des Verbereiters. Fake News im Detail jedoch, betrifft nur zwei Menschen: 1. Den Journalisten und 2. den Journalimsus-Konsumenten. Dem einen ist das Brandmerkmal auf die Stirn avichiert worden, dem Anderen ist es eine unwillkommene Veränderung seiner Weltsicht. Dem einen ist es ziemlich egal, da Journalimsus von der Frage „Was gibt es Neues?“ und Flüchtigkeit seiner Erkenntnis lebt und überlebt und dem anderen ist Befriedigung durch Reproduktion schon Raision genug. Somit ist Journalismus streng genommen keine Wissenschaft (zumindest kein direkter Abkömmling der Philosohie) sondern reine Unterhaltung im Moment und bestenfalls Protokoll der Chronik – Journalimus kann also höchstens von Historikern noch legitimiert werden – aus philosophischer Betrachtung jedoch ist es nur ein kommunikatives Phänomen um einem kollektiven Bewusstsein eine Sprache zu verleihen – sie dem Skeptizimus zu unterwerfen ist nur Mode, bedenkt man, dass kritsches Verlangen schon seit Anbeginn der Philosohpie besteht, schon in methodischer Weise in der ca. 94sten Olympiade durch Sokrates passierte in dem er jegliche Moral und Tugend hinterfragte, so ist das Verlangen etwas zu Hinterfragen anachronistisch aber dennoch aktuell!

Werbeanzeigen

Eine Frage des Verstandes!

2019-03-08 § Hinterlasse einen Kommentar

In einer konsumorientierten Gesellschaft, wie der meinigen um mich herum, muss das reine Denken ersteinmal entkriminalisiert werden, bevor überhaupt mit den großartigen Entertainment des Gehirns begonnen werden darf. Wo sich ein Gruppe formiert die das Denken als geistige Onanie stigmaisiert und die andere Gruppe dem Denken das menschnlich höchste Gut verleiht, stehe ich und sage: „Leute, Ihr habt alle zu gleichen Teilen unrecht“.  Während die einen zwar das notwendige kritsche Reflektionsvermögen besitzen um ein tatsächlich gutes (damit meine ich ein moralisch|ethisch|tugendhaftes) Leben zu führen; Ihnen es aber die Stimme verschlägt, wenn sie ihre kognitiven Erkenntnisse zum Besten geben sollen um gegen geltendes Unrecht zu sprechen – nur allein, weil sie paralysiert sind durch die Vielzahl der Gedanken und ihrer Komplexitäten und so gezwungen sind geltendes Recht auszuspeien, die reproduktive Leistung einen Gesetzestext vorzutragen – auf pädagogischer Ebene die Erste und Unterste in einer Taxonomie der Leistungen des Geistes. Und auf der anderen Seite jene kleinen Geister mit lauter Stimme, die schon allein durch die Wortwahl dem Gesprächspartner klar machen: „Ich habe meinen Geist noch nie auf Reisen geschickt – das wäre nur dekadenter Unsinn“ um so mit einer begrenzten Anzahl von erlernten Phrasen eine phonetische Kette zu erzeugen – die sicherlich akustisch als Satz durchgeht – doch inhaltlich im besten Fall nur ein körperliches Bedürfniss ausdrückt. Diese Mitmenschen trainierten sich Unmengen an Reiz-Reaktions-Phrasen an, die sie tatsächlich als sophisticated erscheinen lässt – nur nicht den Schein verlieren ist ihr Credo. Auf die Frage: „Wie geht es dir?“ kommt dann ein: „Wie es die Anderen wollen“ oder „Man kann nicht besser klagen“ – meine Mitmenschen unterlassen die Frage schon und führen sie lieber gleich geschlossen aus: „Geht’s gut?“ – „Geht es dir gut?“. „Ja, nein, abbrechen?“ – es wird nicht lange Dauern, bis Kommunikationstaktiker auch auf diese Frage die passende Antwort finden – obgleich sie doch nur eine Einstiegsfrage in einem langen glorreichen und unterhaltsamen Prozess des „small talkings“ – ich als Verfechter und Liebhaber allem „Small Talks“ halte am Unterhaltungswert fest – abgeblockt haben. Noch ehe die ‚lange Winternacht‘ durch Smalltalk wie im Flug vergehen soll – wird sie im Anfangsstadium abgewürgt. Die Besonderheit von Smalltalk ist, das sie immer trivial beginnt und in einer Besonderheit endet. Wir alle kennen jene guten Gespräche, die irgendwann den Satz „… ja, aber worum ging es eigentlich?“ fortgesetzt werden – die Antwort im Smalltalk: „Ich wollte wissen wie es dir geht!“ (hört man selten, eher noch: „Ich wollte wissen wie es DIR geht!“). Kurz mal zur Erklärung wie SmallTalk funktioniert:

  1. Jemand spricht einen Satz. z. B.: „Der Kaffee ist eiskalt“.
  2. Ein anderer kommentiert den Satz. z. B.: „Wenn du was warmes willst dann bestell ein Bier“.
  3. Ein anderer rettet den Satz. z. B.: „Der Kaffee war schon immer eiskalt“.
  4. Wieder jemand rettet den Kommentar: z. B.: „Ich habe hier schon einmal ein Bier bestellt – da ist nur der Preis eiskalt“.
  5. Die Punkte 2 bis 5 wiederholen sich solange bis es zu einer Pointe kommt und alle lachen. Alternativ: Wiederholen sich die Punkte 2 bis 5 und es entsteht ein kontemplativer philosophischer Zustand – anders ausgedrückt: keiner Lacht.

Um nun also das gute Gespräch zu retten, brauchen wir wohl wieder ein neues Anglizima: „Easy Talking“ vielleicht. Ich als bekennender Hermeneut kann in so einem Gesprächssetting meiner Leidenschaft fröhnen: Fragen stellen und mit großen Bemühen alles zu verstehen. Das erlaubt mir dann auch zwischendurch mal die Unterbrechnung: „Ich verstehe!“ (und wenn auch nur akkustisch). Bin ich da eigentlich alleine – denn immer wenn ich eine Frage stelle und der Antwort lausche, mir im Kopf schon die nächste Frage entsteht? Die Pythons haben schon den Gedanken: „The meaning of life is searching for something to say“ geprägt. Wann wurde das letzte mal „der Sinn des Lebens ist die Suche nach etwas zu hören“ offen ausgesprochen? Einfach nur hören – nicht zum Dienste es zu Wissen oder um das infantile Bedürniss zu Lernen Befriedigung zu verschaffen. Das gesprochene und gehörte Wort ist eine der größten Errungenschaften des kollektiven Bewusstseins – das müssen wir uns in unser individuelles Bewussstsein einfließen lassen um dem Kollektiv wieder anzugehören. Gleichzeitig erkennen wir sofort die Problematiken des kollektiven Bewusstseins – erstens: wird im Kollektiven der Gedanke das tragende Fundament des Bewusstseins und zweitens: gibt es denkbar effektivere Methoden den Gedanken zu transportieren als die Unzulänglichkeit der Sprache es ist. Ich möchte schon im Vorfeld die Bedeutung eines „kollektiven Bewusstseins“ relativieren – denn schließlich ist jegliches Kollektive nur eine Ansammlung von Individuen zu einem Ganzen. Das Bewusstsein als solches definitiv ein wichtiges Argument in der Ontologie ist und damit die Seins-Problematik determiniert, entbindet das Sein nicht von seiner Existenz, da das Sein jenseits seiner Bewusstmachung oder -werdung vorhanden ist und ist. Die Seins-Frage (interkulturell und intersprachlich) ist nicht nur auf ein Hilfsverb der Sprache selbst reduzierbar – ’sein‘ als Verb ist omnipräsent – es ist das Ur-Verb, das Master-Verbum per se. Es verlangt ein Adjektiv. Es verlangt für das Sein eine Beschreibung – das Sein allein ist absurd – jedoch ontologisch betrachtet der einzige Zugang! So allein, wird das Bewusstsein ein Indikator des Seins selbst – und ein „Ich denke, also bin ich“ ist zu wenig um das Sein vollständig erklärbar zu machen – es erklärt im besten Fall nur eine Indikation des Bewusstseins (ob kollektiv oder individuell) und sollte weiterhin so verstanden werden, wie sie in ein gegenwärtiges Weltbild passt. Der Skeptiszimus des kritischen Rationalismus beweist einzig, dass ein negatives Denken über das Sein (ein „ich bin nicht“) und sein Anzweifeln erst zum realistischen Faktum führt. Einfach ausgedrück ein: „Ich denke also bin ich“ mag unter kritisch/skeptischen Prämissen wahr sein, jedoch ein „Wir denken, also sind wir“ gänzlich (sowohl rational als auch logisch) falsch ist. Entbindet es einem Nicht-denkenden Indviduum im Kollektiv von seinem Sein? Kritisiert das Individuum seine eigene Fähigkeit sein Sein durch Denken zu verfizieren, ist es dann noch immer Teil des Kollektivs? Nein, nur allein weil Denken per se Einfluss auf das Bewusstsein hat, ist es noch immer nicht ein Indikator für das Sein – im weitesten sogar für das Kollektive Sein, das bisher noch nicht erwähnt wurde. Es dürfte damit klar sein, wie ein individuelles Denken keinerlei Einfluss auf ein kollektives Bewusstsein hat – solange es nicht zum kollektiven Denken wird – das insich schon absurd ist, da das Denken einzig und allein Individuell ist und genauer genommen nur Individuell erfahrbar ist. Einfache Erklärungen gibt es genug. Zum Beispiel bei Freud: Das Ich ist dreigeteilt. Das Ich, das Es und das Über-Ich. Das Ich bewahrt in philosophischer Sicht seine Konsistenz und bleibt bestehen – das Es ist mehr oder weniger ein psychologisches Attribut zum Ich. Aus rein philosohischer Sicht erzeugt das Es rein einen verwaltungswissenschaftlichen Aspekt um das das Ich gänzlich von Eigenschaften abzugrenzen die dem Ich aus philosophischer Betrachtung so inne wohnen wie Aktiva und Passiva zu einer Bilanz. Gesamtheitlich kann also nur das Ich mit dem Es als Ich verstanden werden. Es ergibt einfach keinen Unterschied, ob das Ich zwar „Nein sagt“ aber das Es „es will“, da erst im Kontext beide als ein Ich subsumiert werden – ein Individuum werden – die Konflikte des Indivdums mit seinen untergeordneten Trieben allein, sind keine ausrreichende Erklärung um das Individuum von seinem Ich-Selbst-Losgelöstem zu verstehen. Um nun also ein kollektives Bewusstsein erklärbar zu machen, benötigt das Ich ein Über-Ich. Es ist eine Ansammlung von Erkenntnissen und Erlerntem, das wie ein verbindendes Protokoll zwischen dem Ich und dem Kollektiven wirkt. Das Über-Ich nährt sich aus den Erkenntnisse des kollektiven Bewusstseins, es beschreibt sich als Schnittmenge des Ichs, des Es und dem Kollektiven und ist eigentlich jenes Element des Verstehens zwischen den Individuen – denn kein Individuum versteht die tatsächlichen Triebe meines Es als die Triebe des Ichs meines Nächsten. Das Über-Ich ist die Konstruktion eines beständigen kollektiven Bewusstseins – in ihm finden sich die Überschneidungen – in ihm finden sich die Wahrheiten eines kollektiven Seins in seiner Bewusstmachung. Und so wird, eine Zeit des Nachdenkens, zu einer Zeit des Nachlesens. So erkennt der wahre kritsche Geist, die Nichtigkeit des Lesens und seine Absurdität. Der fremd indizierte Gedanke ist keine Bereicherung für das kollektive Bewusstsein – er ist Arbeit als Lernprozess – er ist rein Induktiv und wiederholt sich durch die Bemühungen jedes Wort wie bare Münze zu nehmen. Die Erkenntnis ist endlich gelöst vom Aufnehmenden und wird deduktiv – befasst sich mit der Problematik des naheliegendem Problems. Sie will sich nicht weiter beeinflussen lassen und wird zur Beeinflussung selbst – im besten Fall. Das kollektive Bewusstsein wird durch das sich von Normen ablösende indivudelle Bewusstsein bestimmt – der Leser, hört er hier auf zu Lesen, wird zum Konstruktivisten des kollektiven Bewusstseins – er beginnt hier auzuhören zu lesen und denkt ein neues Hier.

 

conquest of wetzelsdorf

2019-03-01 § Hinterlasse einen Kommentar

Die besten Geschichten passieren nie im Zentrum – immer an der Peripherie. Selbst die Zentrierung eines Hauptakteuers lässt ihn im subtilen Genie seiner Mitakteure aufblühen – und dennoch glaubt der Leser im Mittelpunkt von allem Geschehen zu sein – der Leser irrt, da er die Handlung antizipiert um so das zentrale Moment nur als Projektion liefert – als Projektion seiner Erfahrung. Selbiges passiert auch der Leserin. Der Debutroman „conquest of wetzelsdorf“ von einem aufstrebenden Schreiber und innenduo aus der Murmetropole, dem Schmelztiegel in dem akademische Lehre mit Literaturverständnis ständig neu gegossen wird, Graz, soll ich meine Aufmerksamkeit mit dieser Kritik widmen. Da es bislang sehr wenig vergleichende Kritik zum Machwerk gibt, bleibt mir die undankbare Arbeit den Plot mit eigenen Worten hier ins Internet zu pressen (ich fühle mich wieder wie 14). Die Schreiber|innen des Textes platzierten ihn autogeographisch in die Steirische (Kultur) Hauptstadt Graz. Die Protagonisten sind jeweils an einem und am anderen Rand der Stadt zu finden – der Fluss trennt sie in Links und Rechts von der Mur [people on the river verstehen sofort worum es geht]. Und so sind auch die zwei Protagonisten in allen Eigenschaften gänzlich stereotyp verschieden. Der Eine: Männlich, wuchs in reichen Verhältnissen auf und lebt arm, studiert und heißt Michael. Die Andere: Weiblich, wuchs in armen Verhältnissen auf und lebt reich, arbeitet und heißt Andrea. Die Begründung für das gegenwärtige Leben ist subtil in den Text eingehägelt, aber relativ leicht zu decodieren. Ihr reicher Lebensstiel (sie gibt viel Geld für Make-Up, Frisur und teuren Schnapps in billigen Kneipen aus) begründet sich aus einem Gefühl der Hoffnungslosikeit gepaart mit dem Wunsch sich von der Masse abzuheben – unique zu sein, koste es was es wolle. Sein armes Leben resultiert ebenfalls aus einem tiefen Wunsch und einer Hoffnungslosigkeit – seine Hoffnung wurde Opfer seines Wissens z. B. das sich alles änderen wird, sobald ein Kind geboren wird, und das eigentlich alle Bemühungen eher sinnlos macht – er sieht sich in seiner Phantasie selbst als Doktor der Psychatrie und wird dann doch nach der Geburt seines ersten Kindes als Tanzlehrer arbeiten? Er weiß, dass alle Statussymbole die er sich erwirtschaften könnte, ein Motorrad, ein Auto, Goldketten udgl. nach der Geburt seines ersten Kindes wie kindisches Spielzeug erscheint. Und sein Wunsch: das erste Kind. Und so fristet er ein Leben in dem prä-natalen Zustand seines ersten Kindes, wie Tausende, Millionen andere auch. Aber er bekommt Charakter durch sein Verhältnis zu seinem Vater und einer von vielen Kindheitserfahrungen in dem er mit seinem Vater, der Primar am Landeskrankenhaus ist, Fahrrad-Touren unternahm.  Eigentlich holte der Vater das Kind regelmäßig mit dem Rad von der Schule ab – über Tage, Monate und Schuljahre hindurch. In dieser „kurzen“ Radtour erlebte er väterliche Führsorge und er liebte es. Sein Fahrrad wurde ihm heilig. Durch ein blödes Gerede, bekommt er den Auftrag einen Radweg zwischen dem Landeskrankenhaus St. Leonhard und dem Unfallkrankenhaus Eggenberg zu finden – er wird scheitern und Wetzelsdorf endecken – damit aber auch seine Liebe finden und so wird sein Scheitern die Erfüllung seiner Sehnsüchte. Sie, die Gefundene, lebte ein Leben auf höchster Risikostufe. Wo doch in ihrem Umfeld, ein Tenor einer braven Frau, einer braven Ehefrau auf sie einbrüllt, setzt sie alles auf eine Farbe und will trotz aller Monotonie ihrer Existenz das Undenkbare schaffen und das Unvorstellbare möglich machen. Sie wirft ihr Geld zum Fenster hinaus – bezahlt Lokalrunden in Lokalen wo sie die selben Personen wie immer trifft. Sie wirft Münzen in den Einarmigen-Bandiden und hofft dabei nicht auf Sieg, sonder auf Aufmerksamkeit für das sinnlose Investment. Die gut-bezahlte Position als Regalbetreuerin in einem Diskont-Lebensmittelbetrieb lässt sie Reich erscheinen – nun mal ist sie reicher als jeder Student es sein könnte, nähme er sein Studium ernst. Das Gesamtwerk ist sowohl psychologisch als auch soziolische fein ausgearbeitet. So trennt das Autorenteam jene Teile, die sich der Soziologie zuweisen lassen mit den Teilen die rein Psychologisch begründbar sind, wobei das Interesse den Fokus auf die korrespondierende Wissenschaft setzt. Meint der Leser (und auch die Leserin) eine feine Ektomie zwischen dem Soziologischem und dem Psychologischen zu erkennen, wird dem Leser erst bewusst wie sich beide Wissenschaften verbinden um so dem Hauptauftrag gerecht zu werden – dem Hauptauftrag eine Geschichte zu erzählen. Andere würden die vielen sauber ausgearbeitenden geo- und topographischen Merkmale der Stadt Graz hervorheben, aber ich persönlich (m. E.) will mich nicht davon ablenken lassen, dass es im Osten von Graz Elite-Schulen gibt und im Wesen sich eine deutsche Billig-Preis-Filiale eingelebt hat um so eine Dialektik zwischen ihrer Verfügung und dem sich dem sich darbietenden Realismus entgegen setzt. So ein ein Philosophie wurde ihr, Andrea, mitgeteilt. Grundsätzlich möchte ich an diese Literaturkritik meine persönliche Unbefangeheit anhängen, was mich sowohl als Kritikschreiber und auch uns als Kritikleser von seinem individuellen Standpunkt entfernt um so sowohl dem eine als auch dem anderen den Kritik-Moment seiner nähre Bestimmung verleiht. Es entfernst sich von Zeile zu Zeile einer realistischen Darstellung. Deshalb kann das intellektuelle Moment der Erkenntnis (welches sich im Lesen des Romans mehrmals ergibt) nur als ein Merkmal erscheinen, das in einem wegsuchenden Prozess eine Erkenntnis wiedergibt. Die reine Darstellung des Textes ist ein Versuch sowohl in den korrespondieren Wissenschaften gut und ehrlich hervor-zu-gehen, als auch das Künstlerische dem Narrative zu-zuweisen. Der Aspekt ist definitiv Equivalent. Damit kann der Aspekt niemals-nie das normiernde Äquivalent werden. Aber, der Text beantwortet noch immer Fragen, die nie gestellt wurden!

Für eine bessere Gesellschaft

2019-02-01 § Hinterlasse einen Kommentar

Auf die Frage, warum ich mich Sozial engagiere und mein Denken permanent am äußerst linken Rand chauffiere – ist die Antwort: „Warum nicht? Schließlich habe ich es gelernt und kann es – also tue ich es auch!“. Nun will ich hier aus dem Herzen Europas (Österreich) nochmals die Bedeutung von Sozialismus, Demokratie und einer progressiven Gesellschaft in den Fokus meiner Schreiberei rücken. Vorweg, der Österreicher ist in seinem Wesen mit sozialistischem Denken im gleichen Verwandtschaftsverhältnis wie der Ehemann zum Schwippschwager. Das österreichische Denken ist nicht darauf ausgelegt tiefe kommunistische Ideen in die Realität zu transponieren. Es ist mehr ein Denken welches sich teleologisch direkt auf die absolute Mitte hinbewegt – so nivelliert sich das linke Denken und im rechten Denken kommt es nach einem Prozess der jahrelangen klerikalen Indoktrination zu einem höheren Bewusstsein im höheren Alter. [Ein guter ÖVP Politiker ist erst im hohen Alter wirklich gut – bis dahin sind seine Entscheidungen eher überflüssig.]  Und so zeigt sich das österreichische Denken auch in seinem Hochglanz – nicht unbedingt als gläubiger Christ aber auch nicht als bekennender Sozialist. Das Politische passiert im Dunkeln und im Heimlichen – in der Wahlkammer, am Polit-Stammtisch, in den Klassenzimmern etc. überall, nur nicht im  öffentlichen Denken – dort sind wir neutral und der Mitte zugewandt. Die politischen Überlegungen des Volkes sind derart diffizil und gänzlich irrational, das eine Erklärung für ein Wahlergebnis definitiv nicht mit empirischen Methoden erklärbar ist  – dennoch aber nach einem kategorialen Denkprozess ersichtlich und verständlich wird. Das politische Denken der Österreicher|innen ist definitiv momentbezogen – psychologisch. Es denkt manchmal: „Wir wollen einem Schreihals die Möglichkeit geben sich zu bewähren und warten solange, bis bei ihm oder ihr die Selbsterkenntnis einsetzt!“ manchmal dann aber: „OK, das Ganze war jetzt doch etwas teurer als wir uns es gedacht haben!“. Dennoch –> Ein budgetärer Wahnsinn hat meist wenig Auswirkungen auf ein neues politisches Setting – hier in Österreich, schließlich lag es in der Vergangenheit und zahlen müssen wir so-oder-so – es soll das Problem des Finanzministers sein bzw. der Finanzministerin (Ups, bisher gab es keine Frau in diesem Job!). Und so passierten finanz-fiskale Paradoxien (und ich glaube es werden noch weitere davon passieren)! Der Irrglaube einer finanziellen Gummizelle ist noch immer im Volk verankert – womöglich hat das Volk in einem philosophisch-volkswirtschaftlichen Theorem sogar recht. Aber zu glauben, das Geld so wie Energie nicht verloren geht – sondern nur umgewandelt wird, erleichtert den Menschen in den  höheren Gehaltsstufen des Finanzministerium nicht unbedingt ihre Arbeit. Aber solange das Steuersystem gerecht bleibt – ist es auch gut. Die Lohnsteuertabelle liefert äquivalente Werte wie es der Steuerberater für die Einkommenssteuer eines Anderen schafft. Schlupflöcher im Steuersystem zu korrigieren ist ebenso ehrbar wie die Rechtschreib- und Grammatikkorrektur eines beliebigen deutschen Aufsatzes. Steuerliche Ungerechtigkeit ist eigentlich nur unschön – und nicht mehr – aber genau dort will das österreichische Volk voll seine Ästhetik legen –> in der Rechnung, in der Buchhaltung, am Kontoauszug – die Ästhetik der Zahlen steht über ihrem Sinn. Und damit liegen die Österreicher|innen auch gar nicht so falsch wie man glauben möchte – den Gerechtigkeit, Korrektheit und eine harmonische Ausgeglichenheit sind definitiv Merkmale einer guten Budgetierung und wenn Budgetierung auch Politik bedeutet, dann soll es so passieren –> Ästhetisch.  Unsere Sozialinvestitionen sind oftmals nützlicher und kostengünstiger als die Vorschläge eines zynischen Rechts-Populismus. Ich persönlich befürworte jede Maßnahme, die einen Handtaschendiebstahl an meiner Oma schon im Vorhinein verhindert – und so etwas gelingt nicht durch mehr Budget für Polizei und Videoüberwachung – sondern es passiert dort, jene Menschen von solch einer Tat abzuraten. Die Finanzierung eines guten sozialen Systems hat Auswirkungen auf unsere Gesellschaft – in den meisten Fällen meist positive. Willkommen im 21. Jahrhundert – gutes Tun wirkt auf die Schlussbilanz – und immer unverhoffter als gedacht!. Die Wirtschaft profitiert exponentiell daran ihre Arbeiter besser zu bezahlen als es ein turbokapitalistisches System empfiehlt. Wir geben einem potentiellen „Straftäter“ 1.000 Euro um ihn davon abzuhalten Kosten in der Höhe von 10.000 Euro zu verursachen. Was sollen wir auch anders bisher tun? Man will jetzt mitrechnen – aber Sozialismus lohnt sich – so oder so! Der wahre Sozialismus ist wie Pflegebalsam für die Seele des Finanzverantwortlichen. Sozialismus will uns alle reich machen – wobei Sozialismus keine seltsamen Vorstellungen von Reichtum hat. Der Reiche im Sozialismus zeichnet sich durch Leistung und leider (im falsch interpretieren Sozialismus) durch Parteizugehörigkeit und Ideologietreue aus. Den wahren Gewinner im Sozialismus erkennt man am Wohlstandtsbäuchlein und seiner gelassenen Gemütsruhe – er ist meist entfremdet von allen Extremen und hat ein ständiges Lachen im Petto um auf einen Witz zu reagieren.  Und neoliberal-kapitalistische Störmungen gebären sich: „Er soll das viele Geld einsetzen – soll es in Umlauf bringen! Er soll es zu seinem und zu unserem Nutzen nutzen“. Damit entwickelt sich die Darstellung von Reichtum im Sozialismus – man erkennt den Reichen in der öko-kulturellen Planwirtschaft an seinem leichten Lächeln im Gesicht. Er ist entbunden von den qualvollen Vorstellungen einen Reichtum zu leben. Er empfängt seine Daseinsberechtigung tag-täglich. Der sozialistische Reichtum ist losgelöst von jeglicher Verpflichtung – er durchlebt es – endlich!

Da der Kommunismus definitiv unter Stalins Administration sich von der denkbar schlechtestens Seite gezeigt hat – bekam er auch diesen negativen Nimbus – den zu beseitigen mehr Arbeit nach sich ziehen wird, als ihn von neuem neu zu Denken wäre. Die Ermordung von Millionen unschuldigen Menschen, wie sie auf Geheis von Stalin passierte – ist nicht gut zu reden oder schreiben. Aber dennoch ist die Anzahl der Toten, die ein System zu verantworten hat keine Konstante oder ein Kriterium für ein zynisches Ranking. Eine einzige bzw. ein einziger Tote reicht aus um einem Gedanken eine groteske Larve aufzusetzen die grausam auf das Leben grinst. Einem dieser hat mehr und dieser hat weniger gemordet – gefoltert – misshandelt ist für jene liebenden Menschen nicht einmal ein kleiner Trost. Aus der Geschichte zu lernen ist unsere vorrangige Pflicht – jedoch wollen wir unseren Lehrstoff nicht von den Grabsteinen des Einen bzw. des Anderen ablesen. Zu Lernen bedeutet nicht Leid zuzulassen um daraus einen Fortschritt für unsere Gesellschaft abzuleiten – nie mehr wieder! Ein ’starker‘ Mann, der sowohl Armut und Hunger sah, als auch die denkbar grausamsten Szenarien, wie sie im zweiten Weltkrieg feilgeboten wurden – miterlebte, soll seine Stärke niemals mehr durch seine Vorstellung von Grausamkeit oder durch seine gebildete Form von Gerechtigkeit nähren. Systemkritik ist keine Frage von Stärke – Mut und die Pflicht zum Widerstand sehr wohl. Und das Brechtzitat sagt schon: „Dort wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!“. Da ein Widerstand im geschwächten Zustand des Übergangs zwischen Krieg und Frieden eher kleinlaut klingt und mit welchen Mitteln auch immer, niemals den Artilleriefeuer-Tinitus der Mächtigen übertönt – mag einen Teil unserer Geschichte relativieren – aber nicht als gänzlich erklärbar machen. Und genau aus diesem Grund, fällt es mir schwer von einem guten Kommunismus zu sprechen oder schreiben. Es bleibt mir nichts anderes übrig, als von einem Sozialismus zu predigen. Und dabei beziehe ich mich auf Marx, Lenin und im gemäßigten Sinne selbstverständlich auf Rosa Luxemburg die den Gedanken zweifellos richtig und wahrhaftig gedacht haben. Natürlich ist ein Gedanke der Gleichheit unter den Menschen schwer denkbar – wie sollte sonst unter dem Pöbel der Über-Mensch erwachsen (wie es sich Zarathustra gewünscht hätte) aber ein Diktat der Herrenrassen hat schon gezeigt, das es in den wichtigen Disziplinen: „Ethik und Moral“, „Intellekt und Geist“ sowie „Menschlichkeit und Tugend“ gänzlich versagt hat. Eine Gleichheit vor Gott wurde kategorisch von den Vertretern Gottes auf Erden falsifiziert – den nur wem dem komplexen Regelwerk von Wahn und falschen Werten der Megaphone Gottes entspricht – wird ein Eingehen in irgend ein überirdisches Dasein gewährt. Und eine Salbung am Totenbett oder gar die Taufe allein, sollte schon ausreichen um Gott näher zu kommen, als dieses Kommen uns vorstellbar macht – ist absurd. Gott starb nicht am Mitleid mit den Menschen – es starb an Langeweile. Dem Übermensch im Wesen inne haftig ist das Schenken – warum wollte es nicht auch einem Gott inne sein. Und wenn wir die Geschenke Gottes nicht lieben – nicht tanzen zu einer Musik die nicht von dieser Welt sein kann – uns über alles Gute freuen und es nicht weiter hinterfragen – werden wir vielleicht Gott wieder dazu motivieren, seinen Blick auf uns zu richten und ihn hören wie er sagt: „Ja – das ist Entertainment – so wollte ich es sehen!“. Aber da nun, Göttlichkeit niemals nur durch einen einzigen Gott möglich ist – auch wenn uns Menschen im besten Fall nur ein einziger Gott zusieht (in dem was wir Leben nennen) – wäre alles uns denkbar-spirituelle hervorzuheben, dass alle anderen Götter motiviert uns anzusehen – wir wollen in seine Objektive blicken! Die Kritik am realen Sozialismus beinhaltet aber wenige theologische Argumente. Vorrangig ist natürlich die Frage der Freiheit. Wieso sollte man im realen Sozialismus die Grenzen nicht verlassen dürfen? Warum sind diese Grenzen da, um andere Menschen davon abzuhalten den realen Sozialismus zu besuchen oder ihn zu verlassen? Wer in Grenzen denkt – denkt weiterhin noch immer einen Sozialismus des vorherigen Jahrhunderts – der Sozialmus der Gegenwart muss international und globalisiert sein. Wer die Gleichheit unter den Menschen an irgendwelchen geographischen Grenzen neu bewerten möchte – ist im Sinne von Stalin ein guter Beamter (ob nun im Rang eines Kanzlers oder Innenministers) – aber für das was die Gleichheit ausmacht, eher nebensächlich. Die Gleichheit im Sozialismus existiert nun also nicht vor Gott, sondern nur vor dem Gesetz – und Gesetz ist die Sprache der Mächtigen und im realen Sozialismus geht die Macht vom Volk aus – es ist das Wort des Volkes, das im Ohr des Menschen gleich klingen muss! Diese oft zitierte Gleichheit ist also nur von juristischer Bedeutung – niemals ist eine Gleichheit unter den Menschen möglich. Auf die Frage: „Glaubst du, dass du etwas besseres bist?“ ist die Antwort: „Ich glaube etwas anderes zu sein!“ – der Individualismus unter den Menschen ist das tragende Element einer Philosophie des 21Jahrhunderts – losgelöst von seinem administrativen System. Diversität ist nicht nur ein Modewort sonder Realismus. Eine „Gleichheit vor …“ ist ein Reliquid der Vergangenheit – von diesem Irrglauben müssen wir uns trennen, wie sich Gläubige vom Dualismus trennen sollten. Eine geschwächte Gleichheit entsteht aber im realen Sozialmus nur mit einer gestärkten Brüderlichkeit. Ein „Ich bin nicht gleich wie du, aber ich bin dein Bruder“ ist die Philosophie welche sozialistische Ideen wahr macht! „Ich bin Herr eines Knechts und du bist Knecht eines Herrens“ – wir sind in unserem Tun gänzlich verschieden – und dennoch brüderlich miteinander verbunden und so entwickelt sich auch die Schwierigkeit einer Gleicheit vor dem Gesetz. Wieso sollten für den Herren, den Diener, dem Knecht und dem Künstler die gleichen Gesetze gelten – schließlich ist ihr Leben nicht gleich genug um Mühsal mit dem Schweiß abzuwägen. Die Wahrheit liegt wohl darin, Wert niemals als eine Konstante oder als statische Einheit zu betrachten sondern, das Wert einer ständigen Dynamik unterworfen ist – die sich selbstbezüglich evaluiert. Wert – eines Menschen oder seiner Arbeit, seinem Tun bzw. seinem Nicht-Tun wird zum beständigen Element einer öko-kulturellen Planwirtschaft und damit einer Machtpolitik die jenseits vom Willen der Allgemeinheit seinen Einzug ins Reale findet. Solange kein Gold-Fetisch im System ist – kann genau dieses Güter-und-Dienstleistungen verteilende System sehr wohl gerecht und bestimmbar sein. Dieser Bewertungsprozess ist einem höheren soziologischem Denken verpflichtet – die selbe und gleiche Speck-Ration ist im Vergleich Schreibtisch-Baustellen-Arbeiter|in unangepasst – und das Bedürfnis sich mit Fett vollzustopfen ist erwiesenermaßen (durch die Öko-Soziale-Marktwirtschaft) für einen Schreibtisch-Hengst eher kontraproduktiv, im Vergleich zu einem Bauarbeiter auf einer Baustelle. Leistung in Kalorien anzugeben ist sicher ein Impuls für den Sozialismus 2.0 und mit ihm auch die neue Öko-kulturelle Planwirtschaft. Reichtum wird neu bewertet – und Bewertung ist das Lebenselixier einer Systematik – was ist nun also Reichtum: „Der mit Ledersitzen ausgestattete SUV oder das Wiener Schnitzel am Teller“ – „Körndl‘ Futter vs. einem SUV ohne Luxusausstattung“?  Die freie Marktwirtschaft kennt die Problematik und sie antwortet sehr wohl mit dem Wort „Freizeit“! Freizeit ist also die Freiheit in der Marktwirtschaft – die die Wohlverdienenden zu einer Reduktion der Freizeit zwingen indem sie Gesetzmäßigkeiten der Vernunft nachgehen. Das Fitnessstudio nach der Arbeit – ein Work-Out. Ein Paradoxon der gegenwärtigen Gesellschaft – schließlich soll Schufterei und dem damit verbunden Mehrwert für die höhere Ebene wohl bezahlt sein – mit Dollar, Euros oder Yen. Dem Menschen innewohnend bedeutet es aber ein radikaler Eingriff in ihre Freizeit und ist das nicht der ultimative Eingriff in die Freiheit – ich sage nein. Arbeit darf keine Einschränkung der persönlichen Freiheit sein – schließlich stand schon auf mehreren KZ Lagern die Aufschrift: „Arbeit macht frei“. Das Paradoxon führt also dazu, das die Arbeit das befreiende Moment ist und die Freizeit erst die Notwendigkeit zur Regulierung einer Disharmonie ist – in der freien Marktwirtschaft trägt man diese Dissonanz sogar hinein in die Familie und erwartet dort seine Regulierung – die wahre Freiheit ist nur im konsequenten Sozialismus möglich! Das dem Menschen also die Freiheit innewohnt, soll ihn nicht davon abhalten das Unfreie nicht zu tun. Tatsache ist nun weiterhin, das jegliche planwirtschaftliche Ambition Machtpolitik bedeutet – eine Macht die nicht mehr vom Volk ausgeht sondern von einer Zentraladministration abhängt und somit kategorialen Einfluss auf die unmittelbare Lebenswelt des|der Genossen|in nimmt. Aber die demokratischen Prozesse sind jetzt möglich – sie sind jetzt technologisch möglich – und so wird das Zentralbüro 2.0 endlich digital gedacht!

Der Peppone Effekt

In meiner Kindheit hatte ich, wie so viele andere Österreicher|innen in meinem Alter, nur zwei Fernsehsender. FS1 das heutige ORF1 und FS2 analog ORF2. Schraubte und drehte man an der Antenne, dann war es sogar möglich das staatliche Fernsehen vom Norden Jugoslawiens zu empfangen. Für ein junges Kind (wie ich eines war) waren die Sendungen aus dem Süden eher uninteressant. Hin und wieder wurde ein Tatort in Deutsch mit serbokroatischen Untertiteln ausgestrahlt – so lernte eine ganze Nation die Deutsche Sprache. Ich aber lernte kein Serbokroatisch – leider. Nur allein, für die Kriminalgeschichten des Tatorts konnte ich mich als Kind sowieso nicht erwärmen – ich wollte Cartoons und Comics – und der ORF geizte nicht. Da war Tom und Jerry, die Biene Maja mit Willi, Heidi und ihr Peter usw. usw. Der ORF hat schon damals die 80er Kinder auf ein zukünftiges Serien-Süchteln vorbereitet – obwohl es noch nicht einmal eine Mindestsicherung gab. Hier möchte ich „bei Gott“ keine Medienkritik üben – der ORF von damals kannte seine Verantwortung und auch seine Macht. Er sorgte zwar für sinnentleerte Unterhaltung in geringen Dosen, kombinierte es aber mit pädagogisch-wertvollen Inhalten die hintenan oder davor ausgestrahlt wurden. Aber hier geht es wirklich nicht um den ORF vergangener Zeiten, sondern um mich – und um ein mediales Machwerk, das sich auf unserem Color-Fernseher nahezu in überschaubaren Intervallen in Schwarz-Weiß auftaten: Die Peppone Film-Reihe. Für alle, die nicht wissen welcher Plot der Peppone Film-Reihe zugrunde liegt –> hier eine kurze Erklärung der Konzeption:  „In einem italienischen Dorf mit dem Namen Boscaccio in den 1950er Jahren lebte und wirkte ein kommunistischer Bürgermeister mit seinem Kollektiv und musste sich in den Wirren einer postfaschistischen Umgebung behaupten. Sein Name:  Giuseppe Bottazzi – liebevoll Peppone genannt. Die gebeutelte Bevölkerung wollte Bottazzi mit diesem Spitznamen stärken, der reaktionäre Teil seiner Gemeindebürger glaubte in diesem Spitzname eine ironische Brandmarkung für sein ideologisches Denken gefunden zu haben. Alle waren also mit diesem Spitznamen zufrieden – jene die diesen dringenden Reformisten benötigen ebenso wie jene oppositionellen Schenkelklopfer die fest glaubten, das die mindergebildete arbeitende Majorität niemals-nie die Ironie hinter diesem Spitznamen verstehen werden. Aber das war den Arbeiter|innen eher egal – sie wollten zu dieser Zeit eher Verbesserungen die sich spürbar auf das Geldbörserl am Ende des Monats auswirken. Starke Gewerkschaften, Sozialpartnerschaft und Kollektivverträge – zu dieser Zeit noch fromme Wünsche und so sagte man: Wer einen Spitznamen hat ist auch beliebt – und so sollte es auch in diesen Filmen sein – Bottazzi war beliebt – Bottazzi war Peppone. Man muss das Bildnis „Peppone“ weiter beschreiben. Er war nicht nur Bürgermeister – er war liebender Ehemann und verantwortungsvoller Vater. Als gelernter KFZ-Mechaniker betreibt er neben seiner politischen Tätigkeit noch eine Werkstätte. In einem schwarz-konservativen Weltbild hätte jener Bürgermeister Bottazzi als ÖVP Politiker höchstwahrscheinlich ordentlich abgesahnt – aber der Bürgermeister Bottazzi aus den Peppone Filmen ist der gesundheitliche Schaden von Sahne bekannt – und ebenso das philosophisch-ethische Prinzip „nicht über den Verhältnissen zu leben“ bekannt. Und so wurde sein politisches Wirken einfach nur gut – gut im Sinne den Schwächsten zu helfen und allen neue Möglichkeiten zu schaffen – damit sie mit der Kraft ihrer Hände (wider jeden reaktionäre Wall) ihre Existenz sichern können. So wollte Peppone einen Staudamm errichten, um die Felder von Kleinbauern zu bewässern. Aber um den Staudam zu errichten musste ein Großbauer und Großgrundbesitzer einen Teil seines Besitzes abgeben. Natürlich tat er es nicht – aus zweierlei Gründen. 1. Glaubte er fest an das Grundbuch und 2. verliert er nur potentielle Knechte, wenn ein anderer als Kleinbauer seine Existenz sichert – schlimmer noch: er bekäme Konkurrenz die seinen Reingewinn und Genuss nur mindern würden. Der hiesige Pfarrer wollte sich erst nach vielen unnötigen Zugeständnissen für die Seite der guten Sache einzusetzen – am Ende fruchtete nur ein Streik der Knechte – der arbeitenden Kräfte. Dieser hiesige Pfaffe war in allen Erzählungen immer nur ein Dorn im Auge der guten Sache. Da er viel Sendezeit in den Peppone Erzählungen bekam, sollte ich doch einige Eigenschaften des Don Cammile vortragen. Der Pfarrer war schwer Schizophren und führte ständig Selbstgespräche mit einem imaginären Issa aus Mesopotamien – dem er eine höhere Ethik und Moral abverlangte und so seiner eigenen Wahnvorstellung dem Nimbus einer höheren Existenz verlieh. Nun ist dieser Pfarrer, der in seinem Namen einen adeligen Titel trägt, ständig eine Bremse des Fortschrittes ist und ein braver Hüter jener falschen Werte, diktiert vom Stadt-Staat in Rom. Darüber hinaus neigt er zu Gewalttätigkeiten und würde auch vor einem Einsatz von Schusswaffen nicht zurück schrecken. Eine massive Bedrohung einer funktionierenden Gesellschaft. In Italien ist natürlich jede progressive Maßnahme außergewöhnlich schwer – ist doch die vatikanische Indoktrination dort in einem Qausi-Verfassungs-Rang – manifestiert in den Hirnen der Italiener|innen – schwer korrigierbar. In einem Fall, wollte die progressive kommunistische Führung erste Sozialbauten errichten. Wohnraum – geschaffen durch das Kollektiv für das Kollektiv. Wohnraum – leistbar und nicht auf Profit von Vermieter|innen ausgerichtet. Nun stand aber jenes Wohnbauprojekt auf einem Grundstück, wo ein Martler von Issas Mutter stand – der heiligen Maria. Ein Gedenken einer Frau die eigentlich nur ein sexuelles Wunder ist – Gebären ohne Empfängnis! Jene Frau, die mit ihrer Geschichte jede Form von Befruchtung aus dem Reagenzglas legitimiert hat – war die Bremse für den ersten sozialen Wohnbau in Boscaccio. Die Lösung, nach einem Irrlicht-gleichem politischen Hin-und-Her war: Die Hälfte aller Wohnungen in diesem sozialen Wohnbau sollen zur Hälfte den Armen im Sinne eines sozialistischem Denkens zugesprochen werden – die andere Hälfte jedoch den Armen der Kirche (minus einer Wohnung, die der heiligen Maria) zugesprochen werden soll. Wo ich mir denke: Wie sieht die Armut von Dualisten aus? Materialistische Armut lässt sich messen – aber bei den Dualisten? Aber die Konsequenz war absehbar: 8 Wohnungen für sozial Bedürftige – 7 Wohnungen für „geistig“ Arme und eine Wohnung für die Jungfrau Maria. Scheiß Bilanz! Und während Bottazzi immer umgeben war von Freunden – Genossen, war der hiesige Pfarrer ein ständiger Einzelgänger. Zurückgeblieben! Bottazzi hatte Freunde – Don Comillo hatte Schafe – und seine Entscheidung sich für ein Leben in psychologischer Armut zu führen sollte m. E. nicht als heroisch interpretiert werden – eher als armselig! Aber die Peppone Filme sind ich nur kritisch gegen den Katholizismus – sie beschreiben ein Szenario das die intellektuelle Hölle eines Sozialisten bedeutet: Ein Lotto-Gewinn in Millionen-Höhe – und Bürgermeister Bottazzi wurde mit dieser Bürde belegt. Was ist zu tun, wenn man plötzlich über seinen Verhältnissen leben kann? In den Peppone Filmen zeigte sich Peppone nicht von seiner besten Seite – aber sein Verhalten ist menschlich-allzumenschlich, glaube ich!

 

Konventioneller Unterricht

2019-01-17 § Hinterlasse einen Kommentar

Fünfte Schulstunde in einer beliebigen Unterstufe. Am Stundenplan steht Deutsch und  auf dem Ziffernblatt der großen Bahnhofsuhr im „Multifunktionsaufenthaltslernflur“ touchiert der große Zeiger den kleinen und beide zeigen auf die Zwölf. Traditionell eine Zeit, wo gerne Mittag gemacht wird. 30 Minuten plus minus – das geht schon in Ordnung aber die fünfte Stunde biegen wir noch runter. Diese 45 Minuten werden sicher nicht das kosmische Zeitgefüge aus den Angeln heben um so zu einem Supergau der geladenen Gewohnheiten explosionsartig unsere Realität auszulöschen im Stande wäre. Alles kein Problem – keine Panik auf der Titanic.  12:45 Uhr – dann ist diese Deutschstunde zu vorbei. Und der Administrator dieser Schule hätte auch hier schon eine Mittagspause von 20 Minuten einplanen können – aber die 6. Stunde (von 12:55 bis 13:40) noch schnell reinpressen – schließlich ist an vier der fünf Schultagen nach dieser 6. Stunde sowieso Schluss weil der Admin genialerweiße Religion oder Bildnerische Künste dorthin verlagert – Fächer die auch mit leeren Magen schaffbar sind. Aber dann ist schon ist zeitlich – der Admin rechnet: Die Frühschicht in der Fabrik beginnt um 06:00 Uhr und endet 8 Stunden später um 14:00 Uhr – Papa kommt also rechtzeitig zum gemeinsamen Mittagessen um 14:30 Uhr – für eine funktionierende Familie einfach unentbehrlich – dieses gemeinsame Mittagessen und zuvor das gemeinsame Frühstück, das ja so nicht stattfand – weil man den bzw. die liebe|n Kleine|n nicht um 5:00 Uhr wecken will – nur für dieses gemeinsame Frühstück. Aber mein Gott – was soll man machen? Das Eine ist mit dem Anderen möglich – ansonsten hat man doch noch ein entweder-oder. Und wenn zwischen 05:00 Uhr und 14:30 Uhr keine Mahlzeit passiert – das interessiert wohl doch nur den Ernährungsberater bzw. |in der|die an die Tür des Administrator klopft und sagt: „So nicht!“. Noch immer kein Problem – keine Panik auf der Titanic! Es gibt ja noch immer das Schulbuffet mit der ‚xSundn Jause (ein Kürbiskernweckerl mit Kräutercremeaufstrich und Salatbeigabe) und im Süssigkeitenautomat wurde Mars, Snickers und Milka verbannt. Er liefert per Knopfdruck einen frischen steirischen Apfel oder halt eine Orange. So oder so – Fast Food, weil die sozialisierende Wirkung eines gemeinsamen Essens weiter ignoriert und durch Vitamine und Nährstoffe beschönigt wird. Aber genug Energie für die 5 bzw. 10 Minuten Pause zwischen Englisch und Mathematik – verhungern wird sicher kein Schüler! Außerdem ist nicht jeder ein Schichtarbeiter – Doktoren und Ingeneure haben sicher Gleitzeit. Sie können sicher ihre Arbeitszeit so planen, dass auch das Familiäre, das Gemeinsame wieder in den Fokus gerückt wird. Schließlich ist die Entwicklung in der Familie ebenso wichtig wie die Entwicklung in der Schule – für die Kinder natürlich (was wirklich prägend ist, können Psychologen gerne auf Anfrage beantworten). Aber egal – funktioniert die Familie (eben wegen so nebensächlichen Dingen wie der Existenzsicherung) nicht, dann kann man doch jederzeit die SPÖ wählen die dann die Erziehung auf eine soziale Stufe stellt und den jungen Leuten dann eine Ganztagsbetreuung mit einem Mittagessen dazwischen anbietet. Gut, es ist ein Essen mit Freunden (bzw. Arbeitsfreunden) und nicht mit den Lieben der Familie – aber, in der Werkskantine geht es nicht anders zu. Naja gut – in der Schule gibt sicher nicht das Käsekrainer-Trio aus der Mikrowelle – sondern, eine Mahlzeit mit Suppe und Salat (manch einer würde darin schon den Himmel auf Erden erahnen). Danach die Nachmittagsbetreuung – die Ganztagsschule, Hausaufgaben werden gelöst – mit Hilfe und Kontrolle und bis 15, 16, 17 Uhr noch Spiel, Spass und Sport. Danach Family and Friends – Sparetime nach all dem Spiel, Spass und Sport. (Oh hätten wir nur ein Bachlorstudium für die Ganztagsbetreuung – es soll nicht unprofessionell passiern). Aber – in einer Demokratie wählen halt nicht alle die SPÖ – nur allein, weil der|die Wahler|in in einem sozialistischen System ihre eigene Armut vermuten – nur weil die Armut an anderer Stelle bekämpft wird – eigentlich für alle anderen aber nie mich mich! Und so lebt der verkehrte BOBO in einer Welt, in der er links lebt aber rechts denkt. Und ich selbst habe in einem Gespräch etwas erfahren auf die Frage: „Was sollen wir mit dem Geld machen, wenn wir damit keine Arbeitslosen und Asylwerber unterstützen? Sollen wir uns einen oder zwei neue moderne Panzer kaufen?“ – die Antwort: „Ja, das wäre mir lieber!“. Aber ich will den verkehrten BOBO nicht an den Pranger stellen und ihn mit faulen Tomaten bewerfen! Er ist ein Produkt des cinematographischen Exports der USA – er ist geprägt durch eine Philosophie dessen geistige Erziehungsberechtigte ca. 56 % des Budgets für Militär und Sicherheit ausgeben. Und das tun sie auch gut – schließlich sind es die USA die zum ersten Mal eine Atombombe auf Großstädte geworfen haben – sie müssen Angst haben – solange bei ihnen noch Geschichten der Rache erzählt werden! Oder der verkehrte BOBO ist einfach nur beeindruckt – das ein einfacher Präsident in einem Twitter-Posting die Weltpolitik neu ordnen kann – nur weil dieser Tweed mit Säbelrasseln gleich-gesetzt wird – ein Vorteil der massiven Sprengkraft eines Landes – koste es, was es kostet. Und so ist es, dass unsere Populisten mit US-Amerikanischen Ideen werben und damit auch das geistige Empfinden des Anti-BOBO ansprechen. Berittene Polizisten in Wien – wie in New York. Demontiert werden aber nur Systeme die wir uns mit „LINKS“ leisten könnten – mit einem 2 % Budget für das Bundesheer –> jederzeit. Ja natürlich können wir mit sowenig „Schlagkraft“ wenig an der Weltpolitik ändern. Gut, vielleicht gibt es das eine oder andere Land das gerne mit uns Handel treibt und uns deshalb wohlgesonnen ist – jedoch: „Angriffswaffen“ haben wir keine – und das finde ich auch gut so. Wir brauchen das auch nicht. Wir müssen nicht 300.000 Euro für ein Eurofighter-Manöver ausgeben. Das müssen wir wirklich nicht. Wir haben eine günstigere aber effektivere Landesverteidigung. Wir haben die älterste Militärakadmie der Welt. Unsere Offizier sind besser geschult – so wie jeder Soldat – und diese Schulung – dieses Wissen – diese Kompetenzen werden uns auch mit einem 2 % Budget für die Landesverteidigung vor Agitatoren beschützen und bewahren. Wir werden Angreifer auf unsere Berge führen, wo sie entweder erfrieren oder wegen Erschöpfung aufgeben. Wo sie mit ihren Dronen Lawinen auslösen die ihre eigenen Basen zerstören – wo sie allein durch die Bergluft in einen Rausch verfallen – der uns genug Zeit gibt um uns zu helfen – um uns vor Feinden zu bewahren, die es nicht gibt. Nur allein, es gibt sie nicht, weil wir gut sind – weil wir neutral sind – weil wir der Gewalt eine Abfuhr erteilt haben. Und so können, diese Millionen Euros, die wir uns erspart haben, indem wir keine „hochmodernen“ Angriffswaffen kaufen, für unsere Ärmsten verwenden. Für humanitäre Hilfe an Flüchlingen und Menschen in Not – für unser Sozialsystem – für unser Gesundheitssystem – fur unsere Bildung. In Mitten der fünften Stunde in Deutsch passiert alles das, was meine Ausschweifungen bisher dargelegt haben – jedoch es passiert nebenher – heute, jedoch nicht immer. Denn heute haben die Schüler|innen der 5.ten Schulstunde ein Diktat vor sich. Die Lehrerin ist pünklich in der Klasse – die Schüler|innen haben ihr Diktatheft geöffnet. Natürlich wird nur auf der linken Seite des Heftes geschrieben – die rechte Seite bleibt frei für die Kommentare der Lehrerin. So blättert also der Schüler am Ende der Seite zur nächsten über – wie es das Wesen eines Schriftstück verlangt – und weil er Rechtshänder ist (so wie viele) liegt sein gesamter Arm über dem anderen Blatt. Die Lehrerin (geschult auf den konventionellen Unterricht) kennt natürlich die Diktatgeschwindigkeit – sie kennt ihre Lesegeschwindigkeit – sie kennt ihre Vorlesegeschwindigkeit – sie kennt die Geschwindigkeit des Schülers. Das macht ihr auch nichts, denn es liegt sowieso dieses Prickeln in der Luft – diese Elektrizität, die Haare zu Berge stehen lässt, aber nicht noch genug ist, um ein E-Kraftwerk zu betreiben. Ein Diktat – ein Diktat. Implizit natürlich eine Lehrzielkontrolle – explizit eine Lernzielkontrolle. Dem Schüler wird die bevorstehende Bewertung bewusst – er|sie muss sich beweißen. Viele neue Wörter – viele schon bekannte Wörter. Jetzt bloss keinen Schnitzer – schon gar keinen bei eh schon bekannten Worten. Das Diktatheft ist unerbittlich – es zeichnet die Wahrheit auf – so wie sie passiert. Es geht darum, den jungen Schüler|innen klar zu machen, wie sich die Spracheingabe von Google fühlt – wenn sie später dann einmal ihre vorwissenschaftliche Arbeit ins Smartphone dikitieren. Das Diktat muss weiter leben – darf niemals an Bedeutung verlieren – weil es doch eine Form der Kommunikation ist, die die Überprüfbarkeit der eigenen Wahrheit transportiert. Und so läuft die LZK im Unterricht weiter. Ein Polaroid gibt uns ja so treffend die Wirklichkeit wieder – so wie ein Diktat sich eigentlich nicht vom vorgelesenen Text unterscheiden darf. Die Spannung im Unterricht ist jedoch für die Lehrerin nicht mehr als ein Eintrag in einen der vielen Kataloge, die sie mitschleppt – die sie zu füllen hat. „Diktat 3.4 Seite 45“ der Eintrag eines Events für den Lehrer und ein Happening für den Schüler. Der konventionelle Unterricht verlangt von der Lehrperson, dass sie|er dieses Dikat auch nachbearbeitet – es kontrolliert – es bewertet und aus der Bewertung heraus eines von vielen Urteilen über die Leistungsfähigkeit des|der Schülerin darniederlegt. Beide (er und sie) haben so viel Einsatz gezeigt – so schmerzhafte Erfahrungen in den Händen gespürt – so viel Spannung erlebt. Ein Feedback dafür wäre wohl das mindeste. Wir sind noch immer im konventionellen Unterricht – und wäre er nicht so standardisiert und von oben herab gelehrt – dann hätte wahrscheinlich dieses Mädchen in der 3. Bankreihe nicht zu weinen begonnen. Trännen des Stress? Aber Tränen und Tränen sind ein Indikator für den Lehrer seinen Unterricht zu hinterfragen – sein Diktat zu hinterfragen. „Warum weinst du?“ – „Ich kann nicht so schnell schreiben“ – „Dann lass einfach einen Satz aus!“ – und bei der Beurteilung fällt dieser fehlende Satz auch nicht auf! Ein Satz mehr oder weniger – was soll’s?  Bislang dürfen wir der konventionllen Lehrerin vieles unterstellen, aber eines sicher nicht – Faulheit. Sie gibt doch regelmäßig Hausaufgaben auf – 43 im Schuljahr. 43 mal 25 Schüler|innen sind allein für diese eine Klasse 1.075 Bewertungen pro Jahr – also mehr Hausaufgabe für sich selbst als für den einzelnen Schüler bzw. für die einzelne Schülerin. Der konventionelle Unterricht verlangt es – und wie schon Ostbahnkurti gesungen hat: „Weil in da Arbeit – in da Arbeit muaß ma ollas geb’n. – siehe Songtext des Lieds ‚Arbeit'“. Und genau so wird die Komponente Arbeit des Lehrers auf eine höhere Stufe zur Arbeit des Schülers gestellt – für den Schüler nicht begreifbar – für Eltern nebensächlich – da sie die anderen 24 nicht sehen. Der konventionelle Unterricht geht aber weiter – und so schleppt sie brav die 25 Hefte mit nach Hause, wo sie brav und sorgfälltig die leichten Fehler mit einem roten Strich markiert und die schweren mit zwei roten Schrägstrichen anzeigt – das allein ist aber noch nicht ihre intellektuelle Leistung – so etwas könnte auch ein Affe mit JavaScript Kenntnisse lößen – nein, sie notiert aus diesem einen Diktat Auffälligkeiten bzw. Konformität und deduziert damit ein Notenbild – eine Graduierung der Leistung die sowohl einer Kontrolle des Landesschulrats als auch der begierigen Fragen der Eltern standhalten kann. Sie kennt die Bedeutung dieser Notenskala (sie weiß, um die Graduierung in 5 Stufen bescheid). Sie weiß auch, dass es keinen großen Unterschied ergeben würde – täte sie ihre Beurteilungen auf eine 100-Grade-Skala ausrichten – (der Schüler hat 87 % des Lehrstoffes erreicht. Von Fünf bis Eins ist ihr berufliches Leben determiniert – und das tut sie auch gerne. Will sie durch die Noten eine Art Macht ausüben? Will sie durch die Noten eine gesellschaftssttabilisierende Funktion ausüben? Will sie durch die Noten ein Feedback geben – ja – ja – ja. Aber, sie kennt die Noten noch von früher – und so wird aus den Grundsätzen einer objektiven und validen Benotung eine Erringung an ihre eigene Schulzeit. Das ist das psychologische Moment des konventionellen Unterrichts – die Visualisierung der eigenen Schulzeit und das Transponieren der Erfahrungen auf das reale jetzt und hier. Und damit unterliegt sie einer breit aufgestellten Kritik – die ihr Verhalten auf die Methodik des „Frontalunterrichts“ reduziert – sie erlaubt sich die Meinung, dass Frontalunterricht seine Berechtigung hat – und trifft damit auch meine Einstellung – Frontalunterricht als eine Methode zu betrachten – eine unter vielen. Da sie nunmal mit der Dokumentation von Schülerleistungen ebenso beschäftigt ist, wie mit der Deduzierung ihres eigenen Unterricht – und damit einem Hinterfragen ihrer eigenen Persönlichkeit – ihrer Lehrerpersönlichkeit – ergibt sich für sie selbst tag-täglich ein Entwicklungsauftrag der sie selbst als Maßstab allem sieht und sich selbst dem Maßstab von allem gerecht werden will. Aber der konventionelle Unterricht geht weiter. Er ist den Rahmenbedingungen unterworfen – und die gute konventionelle Lehrerin sieht diese Rahmenbedingungen in einem Rechtskodex niedergeschrieben. Sie will also SchUg und SchOG Wort und Beistrich folgen – doch das sind nicht die Rahmenbedingungen, die die Gesellschaft verlangt – und mit Gesellschaft meine ich in diesem meinem Blog mich – die ich nicht will. Ich als kritischer Schreiber möchte die konventionelle Lehrerin niemals auf die Schulgesetze reduziert wissen. Ich, als Repräsentant von Gesellschaft will das die Lehrerin die Zukunft der Gesellschaft – die Zukunft von Österreich – die Zukunft von allem bildet. Ich will, das diese Lehrerin die Zukunft genauso kennt, wie sie die Gegenwart versteht und einfließen lässt – nur allein, weil es die Gegenwart ist. Sie weiß darum, das ihre pädagogische Freiheit in der Methode liegt, aber nicht im Inhalt – sie weiß, das sie den Inhalt genaus gestalten kann, da Wien weit entfernt von ihrem Klassenzimmer ist und sie weiß auch, das ihr konventionelles Verhalten jenen Effekt hervorruft, der genau Wien ins Klassenzimmer bringt – selbst wenn sie ihre pädagogische Ausbildung in Salzburg, Linz oder Graz erworben hat. Eine geisteswissenschaftliche Didaktik orientiert sich nunmal an Lehrplänen, Bildungsstandards und prototypischen Unterrichtsbeispielen – eine freie Pädagogik verlangt dagegen ein gesellschaftskritisches Denken welches Curricula ad absurdum führt.

philofiction: ontology 2.0 (new release)

2018-12-31 § Hinterlasse einen Kommentar

Am Wendepunkt von der Philo Fiction Version 2.018 stable zum nächsten release (2.019 spec) wollen wir uns nicht mit tristen Rückblicken auf die kognitiven Fortschritte der Vergangenheit langweilen. Was dürfen wir hoffen und somit erwarten? Und ist es eigentlich wirklich ein Wendepunkt, oder gar ein Extremwert? Liefert der neue Punkt auf der Funktionsgleichung uns endlich neue Erkenntnisse über die Argumentation der Gleichung – vielleicht sogar über seine Struktur? Knacken wir den Code? Und wird der Mohn-Strudel von Lidl demnächst revolutioniert? Solche und ähnliche Fragen stellen sich die hoch motivierten Schreiber|innen von Zeichentrickserien die sich das Besondere ans Revers geheftet haben und das Besondere weiter tragen und transportieren wollen. Selbst in die Xte Staffel hinein.

Nun ist das Main-Entertainment des Menschen – sein reines Denken – sicher schon so alt wie der erste Gedanke selbst, obgleich es sich von Version zu Version weiter entwickelt bzw. verwickelt. Gehen wir in die Tiefe, verlieren wir den Fokus auf das Wesentliche. Blicken wir auf das Wesentliche sagt man uns Trivialität nach. Die Krux des coolen Gedankens wurde definitiv nicht so circa plus minus Null vor bzw. nach Christus geboren. Der coole Gedanke braucht die konsensuelle Wahrheit – das ist klar. Ob nun in der Quantität (Top 10 Rating der besten Refrains des Jahres) oder in der Qualität (wo ein 25jähriger Kiffer nach einem Näschen „Speck“ über seine 80jährige Lebenserfahrung im Management von Hedge-Fonts an den großen Stock-Exchange Lokations dieser Erde referiert um so einen edlen Übergang zu seinem prall gefüllt-und-gelesenen Bücherschrank und seiner letzten Buchbesprechung eines jungen Autors der selbst ein 24jähriger Kiffer nach einem Näschen „Speck“ über seine 90jährige Lebenserfahrung im … geschrieben hat, referiert) und dieser (ich will ihn ihm die Spin-Doktor-Würde verleihen) genau diesen Gedanken aufgreift. Der einfache Hobby-Denker, wie ich einer bin, glaubt nicht wirklich an den Durchbruch seiner Bemühungen die Sprache der Seele zu dechiffrieren bzw. die Willkür der elektrischen Ladungen zwischen Billiarden von Synapsen ins Licht des besseren Denkens zu stellen. Es spielt keine Rolle ob es nun ein dualistischer oder ein materieller Ansatz ist – wie wir den Gedanken erklären wollen. Außer natürlich es spielt die Rolle schlecht hin den Gedanken mit Gedanken zu klären. Was tut nun ein|e Kunsthistoriker|in der|die vor einem Gemälde steht? Er|Sie betrachtet das Werk ganzheitlich. Freut er|sie sich über ein neues Werk?  Was macht der|die Denker|in wenn er|sie vor einem neuen Gedanken steht? Das Selbe – wahrscheinlich. Die tiefenpsychologische Wirkung vom Gedanken, im Vergleich zum Gemälde verleiht erst dem Denken seine Sinnlosigkeit, sollte er nicht gesprochen werden. Wo es einfach nicht mehr darum geht – das Medium neu zu erfinden – um den Gedanken in Flüchtigkeit zu gießen – weil es doch der befreiende Teil aus der Kopf-Isolation sein soll. Wäre z. B. ein Urmensch fähig über seine inner Welt mit Urlauten dem|der Nächsten Auskunft darüber zu geben, das phonetisch am ehesten dem gleicht was in ihm|ihr vorgeht – so täte er|sie es um einen Schatz zu vermehren, der dem Menschen tatsächlich als Asset verbucht werden kann – sein|ihrem Wort-Schatz, einen Dienst für die Zukunft. Und so wird der Maler und die Schauspielerin, der Musiker und die Künstlerin auf ewig versuchen jene Momente des inneren Denkens in ein Medium zu bringen, das wie ein Totem zwischen dem real-existierenden Wesen und dem Wesen-seiner-eigenen-Unbeholfenheit vermittelt. „Denn wer sich retten tut – der hat zum Untergang kann (kein) Mut, Falco (in den 80er Jahren)“ und so entsteht eine Art Zensur des Weltengeistes – der sich über die Äonen der Zeit hinweg bewegt hat und selbst (höchstwahrscheinlich) die Zensur erfunden hat. Er löscht sich selbst aus seiner Relevanz um das übriggebliebene als die Essenz zu verkaufen – in Kunst oder Philosophie – egal! (bzw. ?) Ob die Zensur im Wert oder in der Definition (die den Wert trägt) liegt, ist nebensächlich für das Immanente. Die Definition ist die Metakategorie des Wertes – der Wert allein ist leer bzw. unterliegt der reinen Interpretation ohne seine Metakategorien – die ebenfalls zensuriert sein können – wie oben beschrieben). Die Metakategorie beschreibt Elemente wie die Sichtweise, die Beziehung zu-und, die Relevanz zu-und, Erkenntnis von-und so weiter. Die tatsächliche Zensur ist nun im Wert oder seiner Beschreibung gleich fruchtbar wie die Wiederherstellung eines unterdrückten Selbstvertrauens (im Moment). Wir erlauben im einen eine Freiheit – die sogern genossen wird. Im Anderen verbieten wir diese Erkenntnis zu erkennen. Das ist Zensur – jenseits eines KGB-CIA-Komplex der das und jenes verbietet. Zensur ist kein Verbot! Zensur führt nur zum Missverständnis – und so funktioniert sie auch. Dient sie jedoch jemandem? Solange wir das Missverständnis versuchen zu verstehen – dann schon! Wir sind aber in unserer Fähigkeit die Missverständnisse der Philo Fiction 2.0 in der Version 2.018) aufzudecken so gewachsen, dass wir diese schon als eine Art Sport von den Mediengestalter verlangen – nur um uns in unserer Fähigkeit das Missverständnis zu Verstehen zu Erkennen bestätigt fühlen.  Und so tun‘ wir weiter …

Als fortschreitende Dialektik soll das Erkenntnismoment genauso tragbar sein, wie eine in seinem Wesen diametral gesetzte Bedingung die erst das Moment definiert. Es fühlt sich sicher etwas anders an, als jene Worte, die die Symptomatik aufrufen sollten – wie es in einer Automatik passiert – die einfach nur passiert. Weitläufigkeit ist der Fang des Tages. Der Erkenntisgewinn berechnet sich selbst neu – solange man den Preis dafür zu zahlen bereit ist. Ein intellektueller Deckungsbeitrag wird der Maßstab zwischen dem Aufwand einer ide’e’alen Preisgabe wie es die versteckte Summe der zu befolgenden Rhythmen des reinen Denkens hervorruft – sie ist in ihrem (aber auch in seinem) Wesen einfach ein Element des Begreifens und hebt damit wieder den Begriff – das Leitnomen des Begreifens in den Fokus. Es weicht gänzlich der Wahrnehmung bzw. der Erkenntnis – da der Begriff erst jenes Begreifen als ein hermeneutisches Kleinod feilbietet – sich selbst verkauft, wenn man so will. Es gibt für die Philosophie keinen Markt (nicht einmal ein Ideal des Marktes) der das Wissen auf den Sockel (bzw. die Waagschale) in einer Balance zwischen Angebot und Nachfrage austariert um so dem Begehren des Individuums zum Zweck des Gemeinen empor hebt um damit die Wirklichkeit zwischen einem Gleichgewicht einpendeln zu lassen. Sicherlich wird auch in der Version 2.019 das ökonomische Denken im Individuum Platz finden – zwischen der unteilbaren Liebe zu seinen|bzw. ihren Lieben und der einfachen – wenn gleich doch seit Äonen von Jahren Wahrhaftigkeit ökonomischer Gesetze. Das Prinzip von Angebot und Nachfrage wird gegenwärtig durch psychologische Gründe getrübt, die den Konsumenten dazu verlassen nicht immer das billigste Produkt in seiner gleichen Qualität zur Kassa zu tragen. Mein Gott – es gibt sogar Fälle in denen (nachweislich dokumentiert) der|die Kunde|in bereit ist, ein teureres aber dafür in der Qualität schlechteres und in der Menge gleich (wenn nicht sogar weniger) vollständiges Produkt über den Bar-Code-Leser zu schleifen. Dieses tragende Argument für die gänzliche Unvernunft kann problemlos auf die Philosophie umgewälzt werden – wie man eine Glühbirne zum leuchten bringt oder sie austauscht – nur weil ihre Zeit gekommen ist. Genauso unterliegt das gedruckte Wort wirtschaftlichen Axiomen – dabei muss man es nicht einmal durch ein Offset jagen – es verkauft sich auch in Rot-Grün-Blau, oder noch effektiver –> als gesprochenes Wort!. Die Erkenntnis weicht dem gängigen Ideal eines Denkens, welches bereit ist, Interessen zu bedienen. Ich will es probieren und die grenzgeniale Dialektik eines K. Marx auf die Verwertbarkeit des reinen Gedanken anwendbar zu machen. Dafür benötigen wir zwei elementare Prämissen, zur Umwandlung marxisitischer Theorien auf die Handelsware „Wissen“ anzuwenden. Vorrangig natürlich gilt es den Kapitalisten in die Terminante „Intellektueller“ transponieren – damit liest sich „Das Kapital“ schon leichter. Wenn wir nun den Kapitalisten durch den Intelektuellen ersetzt haben können wir gleich zum lustigen Teil unserer Arbeit vorschreiten – dem psychologischen Aspekt: „dem Fetisch“. Was dem „Kapitalisten“ sein Gold ist, ist wohl dem „Intelektuellen“ sein gesichertes Wissen. Er oder Sie will sicher nicht auf irgendwas unsicheres zurückgreifen – so muss Wissen verstanden werden (als gesichert oder eben nicht). Der Intellektuelle fangt mit desaximatischen Wissen in einem Small-Talk-Diskurs genauso wenig an, wie ein Kapitalist sich über Katzen-Gold freuen kann. In der Optik ist beides gleich – im Wesen jedoch unterliegt beides der Meinung eines Experten – einem Experten für Wahrheit oder einem Experten für Alchemie mit seinen Widerlegungen. Der Fetisch ist in beiden Fällen die konstruierte Motivation – im Einen das Eine – im Konkreten das Konkrete. Aus dem Fetisch erst kann die Erklärbarkeit allem „dem-tragenden-Element“ seine Deutlichkeit verleihen – wir wollen einfach das Motivationale dort lassen wo es herkommt – nämlich aus der Psyche wo die Erklärung all-zu-menschlich bleibt. Dem aufmerksamen Lesers von „Kapital“ und „Manifest“ wird sicher das scholastische Moment aufgedrängt haben. Es lässt den Schluss einer deskriptiven Philosophie zu – es relativiert aber immer noch die Beziehung des einzigartigen Hegels zu Marx – eine Beziehung von Lehrer-Schüler – eine ewige Genialität die durch bestandene Zeugnisse zur Lehrveranstaltung, einem Marx mehr Genie zuspricht, als des dem Meister je möglich gewesen wäre – den der Meister hat sein Genie erst bestätigt. Wie stellen wir uns nun diesen Hegel vor – der beim Einmarsch von Napoleon aus dem Fenster blickte – kurz blickte – und sich dann (unbeeindruckt) sich seine Texten widmete. Wir müssen uns also einen eher mittelmäßigen Professor Hegel denken aber dennoch weiterhin einen grenz-genialen Doktor Hegel. Ich bin doch weiterhin noch immer stark dem Hegelschen Genie verfallen – ich als Autor dieses Aufsatzes. Und die Tatsache, das ein brillanter Geist eine Unterschrift tätigt – um einen seiner Schüler die elitäre Legitimation zu verleihen – die Welt durch das reine Denken zu verändern, stimmt mich wehmütig. Ich kann aber nichts daran ändern – und Milliarden Kapitalisten (im Jetzt und in Ewigkeit) werden beipflichten – es widerspricht einfach ihrem Ideal des einfachen Denkens. Das Denken des Hegels ist definitiv durch seine „Religiosität“ geprägt – er macht in seinen Schriften kein Hehl daraus – sein Protestantismus. Nur stelle ich mir diesen Hegel weiterhin wie einen Marathonläufer des Geistes vor – der an einem Fuss eine Last (einen Klotz) trägt und dennoch immer wieder intellektuell als Spitzenläufer einläuft. Die marxsche Genialität lässt sich also auf die geniale Dialektik eines Hegels zurückführen – er meinte das das dialektische Verhältnis von Ware zu Geld in einem mehr von Geld (für den Kapitalisten) und einem mehr von Ware für den Arbeiter besteht. Dieses w = g = w‘ wandelt sich in der Perspektive zu g = w = g‘ wobei g für Geld und w für Ware steht. Furchtbarerweise erkennt nun Marx den bedeutungslosen Akteur im Wirtschaftsprozess gleich seiner psychologisch-entarteten Instanz darüber. Es wird die liefert erst die Erklärung für das, was wir als Rezipienten verstehen – als jene die das Denken über das Wissen zu stellen verstehen um so eine Realität zu beschreiben die mehr Farben besitzt als das rein Theoretische. „Hätte ich als einfachen Schreiberling die Möglichkeit einem Hegel gegenübergetreten – ich würde ihn fragen ob er einen Schoppen Wein mit mir dringen möchte – jedes Wort würde ich wie bar Münze nehmen“. Aber wir haben die wichtigsten Aussagen einer marxschen Philosophie aufgearbeitet.  Und wir können damit den „Intellektuellen“ per se genau gleich konstruieren wie wir auch eine andere Person mit gleichem Status denkbar machen. Die Wechselwirkung eines Gegenwärtigen ist nebensächlich. Sie wird erst zur Erkenntnis – wollen wir die Erkenntnis nicht so hoch bewerten, wie sie im Norm-Fall zur Anwendung kommen sollte. Deshalb ist es meine Aufgabe die Dialektik von w = g =  w‘ bzw. g = w = g‘ auf das reine Denken zu übertragen. Ich nehme einmal zaghaft ein w als Wahrheit an. Ich traue mich – ein a als Aussage anzusprechen – und lande damit schon frühzeitig in einer falschen Überlegung. Die Aufgabe ist es, ein w als Wahrheit in ein w‘ als Wahrheit höherer dialektische Instanz zu überleiten. Die Schwierigkeit eine Wahrheit als These in die Synthese zu führen scheitert bzw. befruchtet sich erst durch und an der Antithese. Im einfachen Gebiet der Ökonomie sind die Überlegungen leicht anzustellen – sie sind schließlich axiomatisch determiniert… So gesehen werden Denkaufträge ebenso als solche betrachtet – als Aufträge. Denkleistung hingegen bleiben weiterhin einer strengen Evaluation jedes einzelnen Wortes unterworfen – lang lebe die Bewertung – schließlich muss man doch ein Urteil fällen. Der ökonomische Kontext verkauft sich selbst an das Wesen seiner Begreifbarkeit und vermittelt damit seinen Sinn – nämlich den Sinn der Vermittlung per se.

Das Denken selbst ist damit der Kommunikationskompetenz des narrativen Subjekts – der den Gedanken erzählt – unter zu orden (jedoch nicht zu subsumieren). So wie eigentlich den Empfänger eines Briefes nur der Zustand des erhaltenen Briefes interessiert, seinen Inhalt und den Zustand des Inhaltes – so wird das Gedankliche ebenso einigen Gesetzten der mittelbaren Vermittlung oder der vermittelnden Mitteilung ausgesetzt sein. Das kommunikative Moment ist der entscheidende Gradmesser in der weitergabe einer radial ausströmenden Denkrichtung – jedoch nur Scheinbar. Scheinbar, weil das kommunikative Moment selbst Schein ist – Scheinbar, weil es durchwegs vorkommen kann, das die gedankliche Qualität einfluss auf die Sprechsituation selbst hat und damit ein sich selbst erschaffendes Moment im ontologisch-bedeutenden Ablauf der Kommunikaiton generiert. Wir müssen uns also die Bedingungen sowohl innerlich als auch äußerlich beeinflusst vorstellen – um gleich vor der Argumentation die innerliche Einflussname auf den Gedanken selbst auszuschließen – oder ausschließbar zu machen. Der innere Einfluss auf die Vermittlung des Gedankens ist schon deshalb aporiestisch da der Einfluss nur reversiv auf den Gedanken selbst wirkt bzw. wirken kann. Doch große Denken haben schon lange die Antwort auf Widersprüchlichkeit selbst gefunden – sie fanden die Metaebene – ja selbst die Metaebene des Gedanken in seiner Reinform. Damit bleibt der Gedanke selbst unangetastet und stabil. Ich will es exemplarisch Darniederlegen. Stellen wir uns vor, wir hätten eine Antwort auf die Frage „Was ist der Mensch?“. Gänzlich unreflektiert nehmen wir als Antwort: „Der Mensch ist Herr oder Knecht!“. Wir hätten damit eine dualistische Eventualität die den zu transportierenden Gedanken darstellen soll. Im philosophischen Prozess spielt es sehr wohl eine tragende Rolle ob eine Frage der Antwort selbst zugrunde liegt. So ist die Konstruktion der Frage selbst nicht nur von logischer Bedeutung – sondern spielt später in der Metakategorisierung zu unserer Antwort jenen kognitiven Teil aus, der entweder die Frage selbst unbeantwortet zurücklässt oder die Antwort in einen logischen Strang zu zwängen – ein Mittelding zwischen der Kritik der ersten und darauffolgenden Abstraktionsebene. Kategorisch darf die Antwort als Wahr betrachtet werden (möchte man einzig die Formulierung um ein –> entweder <– erweitern, führt es schon zu einem Syntax error). So ist (ohne die Metaebene anzutasten) der Mensch ein Knecht oder ein Herr – er kann damit auch Knecht und Herr zugleich sein und in Folge natürlich – sollte er niemanden Knecht und niemanden Herr sein, so ist er es doch, nur eben niemanden gegenüber. Die Schwierigkeit ergibt sich bei der Determination von Herr und Knecht, insbesondere, wenn sich das Eine erst durch das Andere ergibt. Würde selbst diese Schwierigkeit als Argumentation ins Feld geworfen, dass nun erst ein Herr ein Herr ist, wenn er einen Knecht hat und ein Knecht eigentlich nur ein Knecht sein kann, wenn er einen Herren hat (das natürlich die Antwort sofort ad absurdum führt und damit dialektisch Falsch wäre) – Wäre …, wenn nicht die Frage der Antwort vorangestellt wäre. Und die Frage war nicht: „Was bin ich?“ sondern „Was ist der Mensch?“. Darin liegt die dialektische Überlegung – den ein „Was ist der Mensch?“ erfordert ein ontologisches Sein von mehr als einem Menschen, also mehr als einem Ich. Die Erkenntnis „Ich bin ein Mensch!“ allein reicht nur aus, wenn  man von einem „Ich bin ein Mensch und mein Sein ist ebenfalls menschlich um damit rückbezüglich das eigene in eine Vielfalt von Erscheinungen zu pressen“ – Rubbish. Die Überlegung in seiner Anfangskonstruktion löst sich durch die Fragestellung allein schon von jeglicher Singularität im Sein ab – oder einfach ausgedrückt: „Gäbe es nur ein Ich so gibt es garantiert entweder keinen Herren oder keinen Knecht (wenn sie sich durch ihre Rückbezüglichkeit bedingen). Es geht aber in diesem Aufsatz nicht um den Beweiß bzw. die Widerlegung der hegelschen Dialektik zwischen Herrschaft und Knechtschaft und auch nicht um eine kantsche Fragekategorie. Zum einen weil es zu weit abschweift die Komplexe „Selbstbewusstsein, Arbeit, Angst und Genuss“ aufzulösen – ich will als einfacher Kommunikationspädagoge die Metaebene des Gedankens betrachten und seine Auswirkungen an einem Beispiel (das allein schon zu Rechtfertigen mich viele Tastenanschläge gekostet hat – als das man sich nicht einfach schon im Vorhinein darauf einigen hätte können, das ein Beispiel illustriert und nichts beweist). Aber mit dieser ausschweifenden Rechtfertigung des Gedankens (der Antwort) habe ich schon eine Form der metakategorialen Einflussnahme auf die Aussage selbst, dargestellt. Sie wirkt bestätigend oder falsifizierend auf die Antwort und ist damit einer der vielen inneren Beeinflussungen im Kommunikativen Prozess. Wirkt sie bestätigend – so festigt sich das Selbstvertrauen (im Innere) – falsifiziert sie, so wirkt das kommunikative Wesen selbst unsicher und wird mühe haben, den Gedanken so zu transportieren – wie er beim Empfänger ankommen sollte.

 

 

 

 

mit imperativen [programmieren] lernen

2018-12-07 § Hinterlasse einen Kommentar

Wer die Informatik verstehen möchte, muss sich zu allererst etwas Bewusst machen. Alles was du weißt, ist Oberfläche – Vergänglichkeit – Flüchtig und immer nur ein Teilbereich vom Ganzen. Im Hintergrund – den man definitiv vertiefen kann – finden unzählige Translationsprozesse statt. Das Eine wird in das komplex-Tiefere übersetzt. Die Tiefe vertieft sich selbst weiter in die Überleitung zum gänzlichen Prozess. Nur allein deshalb ist die Informatik auch nicht an die Gesetzte von Kausalität und Wirkung, oder an ein Aktions|Reaktionsmuster gebunden. Doch zuvor …

… hat mir Duden.de eine PDF-Leseprobe der Ausgabe „Gute Texte in 8 Schritten – Verständlich, lebendig und überzeugend schreiben von Christoph Fasel“ zugesandt.

Die acht Schritte im Überblick:
Schritt 1: Suchen Sie das richtige Wort! [check]
Schritt 2: Wie man schlank und zupackend schreibt! [check]
Schritt 3: Wenn der Amtsschimmel wiehert [check]
Schritt 4: So entrinnen Sie der Adjektivitis [check]
Schritt 5: Lassen Sie Verben sprechen! [check]
Schritt 6: Der Charme der kurzen Sätze [check]
Schritt 7: Fremdwörter – bitte mit Maß! [check]
Schritt 8: Wir wollen verstanden werden [check]

Keinen dieser Schritte werde ich bewusst durchwandern jedoch habe ich jeden einzelnen gecheck – was im Neudeutsch am ehersten mit „gelesen aber nicht gelesen“ oder als „verstanden aber halt nicht wirklich verstanden“ übersetzt werden kann. Wer jetzt vermutet, dass der Autor diese Quotierung nur deshalb veröffentlicht hat, um bei Google Plus-Punkte zu sammeln um so in der Hierarchie der auffindbaren Stecknadeln im Tera-Heuhaufen der Texte|Strings|Zeichenketten hinaufzuwandern, irrt nicht unbedingt. Wer aber nun vermutet, dass der Autor diese Schritte ‚unbewusst‘ in seine Textoperationen einfließen lässt, irrt ebenfalls nicht unbedingt aber zumindest weniger als der Irrtum von vorhin. Der dritte Irrtum ist zu glauben, dass die Erwähnung inhaltlich Einfluss auf mein Gedankenprotokoll haben wird, irrt aber nur im Glauben und so sind alle Drei wohl irgendwie Irrtum und Wahrheit zugleich. Die Logik des Janus – vielleicht waren da einfach in seiner Jugend zu viele Imperative die er zu befolgen hatte. Jetzt aber, lieber junger Janus darfst du die Befehle geben – jetzt darfst du mit Imperativen programmieren!

Ich begleite den jungen Janus durch die imperative Programmierung und erkläre ihm die Möglichkeiten und Grenzen dieser Fähigkeit. Noch bevor ein paar Befehle an den Prozessor gesendet werden, sollte Janus sich über die Professionalität seines Handelns bewusst werden. Nun ist imPro* nicht „Just Cause 4“ oder „Hitman 2“. Durch das Schreiben von hochwertigen Code wird nicht nur der Nimbus der Arbeit vermittelt, nein nein das Ludische wird zur Gänze vom Screen entfernt und schwarze Pixel werden wieder Schwarz** – subjektiv betrachtet natürlich. Überhaupt, die Pixel kommen erst wirklich wieder zurück – dann wenn Janus ein Point-Set ausprogrammiert oder gar, Punkte über eine Gleichung der 3. Ordnung wandern lässt. Und dann sind sie alle wieder da – auch wenn es bereits 4000 über die Breite sind – aber mein Gott, der informatorische Pointillismus muss weiterleben – weiterleben durch dich, mein lieber Janus. Allem Anfang liegt nicht immer nur ein Zauber inne. In der Pädagogik sind oft die Anfänge die größten Anstrengungen für den|die planenden|e Pädagogen|in und die Quelle aller Herausforderungen für den|die spontanen|e Pädagogen|in. So oder so – in der Informationspädagogik macht es keinen großen Unterschied ob nun das Ziel dem Ist-Zustand entspricht oder der Ist-Zustand das explizite Ziel darstellt. Im pädagogischen Prozess zählt wie so oft eigentlich nur das Jetzt-und-Hier. Und genau dieses hic-et-nunc ist auch das stärkste Argument für Lern-Ziel-Kontrollen, Prüfungen, Schularbeiten – alles was dem aufrichtigen Informatiker zu-wider sein sollte, da scripten und coden nichts spontanes oder momentanes ist, sondern auf Gründlichkeit, Treue zur Logik und damit auf Immanenz ausgerichtet ist. Der kontemplative Prozess des Scripten von Code kann nicht in ein billiges 45-Minuten-Prüfungsszenario gepresst werden. So wie jede schriftliche Prüfung (egal welcher Gegenstand) absurd und unnötig ist – da sich Schreib- und Denkarbeit niemals der Zeit beugen darf. Die mündliche Prüfung jedoch ist umso edler. Sie zeigt tatsächlich im Moment das Können – ob nun in der Fremdsprache der Weg zum Bahnhof gefunden wird, oder das Wissen über Photosynthese abgefragt wird – es geht immer dabei ums sophisticted-being. Dem jungen Janus ist dieser Umstand aber wohl eher unbedeutend – da er sowohl ein Recht als auch ein Bedürfnis hat, dass seine Leistungen bewertet und beurteilt werden. Diese seine Arbeit ist nun in diesem Moment produktorientiert obgleich seine Leistung prozessorientiert sein sollte. Der|die Informatik-Lehrer|in muss also beides berücksichtigen – jedoch sollte sich Prozess und Produkt nicht durch Zeit bestimmen – wo dann die große Schwierigkeit entsteht: „Wie kann man einen Prozess im Jetzt bewerten?“. Dem jungen Janus sollte im einfachsten Angesicht eines Editors nun Ehrfurcht vermittelt werden. Die Leere der Tabula-Rasa soll sich von Ehrfurcht in Respekt wandeln. Aus einer Welt der Reizüberflutung wird der junge Janus also in eine Welt der Geduld aber Unnachsichtigkeit eingeführt. Die Ästhetik daraus ergibt sich von selbst. Dieser neue Konstruktivismus ist natürlich durch eine Unmenge an Imperativen determiniert – und nun lernt also Janus tatsächlich die Regeln einer leeren Tafel – denn, das Werk muss einer Logik entsprechen und wenn es auch nur die Logik der Imperative ist. Das unlogische Werk in der Informatik ergibt in einer tieferen Translationsebene wieder Sinn. So soll es auch sein – da der Unsinn in der Informatik gegenwärtig nur Oberfläche sein kann – dahinter hat der eingelesene Informatiker nur ein Lächeln für den Versuch „Unsinn zu stiften“ übrig. Janus soll zu diesem Lächeln hintrainiert werden! Allem Anfang nun liegt ein Zauber inne! Und hier blickt der|die Lehrer|in in Janus Gesicht um zu Erfahren ob eine Eingabe die zu einer Ausgabe führt – irgend einen affektiv-pädagogischen Mehrwert generiert. Für Janus nicht besonders – da seine Eingabe zu einer Ausgabe führt – ist für ihn eigentlich nur die doppelte Darstellung dessen, was er geschrieben hat. Und nun beginnt die imPro. Zwei Dinge lernt nun Janus. Erstens: Wird er einer Geliebten namens EVA vorgestellt, die zwischen der Eingabe und der Ausgabe eine Verarbeitung kennt. Zweitens: „Wird er auf die Möglichkeit, dass ein Anderer die Eingabe tätigt und dieser sowohl rational als auch irrational sein kann, instruiert.“ EVA soll ihm helfen, diesen Anderen zu verstehen. Die Welt des Janus erweitert sich enorm. Dieser Andere, er will so viel wissen. Er will wissen welcher Tag heute ist, er will wissen welche Verzinsung sich bei einem Eigenkapital von € 5.000,- und einem Prozentsatz von 3 % ergibt. Dieser Andere will Sachen wissen, die Janus unter Umständen interessieren könnten, aber eher im Moment irrelevant sind. Aber unser Janus ist ein guter Schüler. Ein guter Schüler weil er die Imperative und die Logik liebt und jede Möglichkeit als Eventualität betrachtet. EVA hat also leichtes Spiel mit Ihm – wäre EVA ein Mensch. EVA ist aber die imaginäre Freundin von Janus, die von seinem|ihrem Lehrer|in zugeteilt wurde. Eine Ehe auf Zeit – bis zur Matura – eine Liebschaft bei jeder Prüfung – je nachdem wie der|die Lehrer|in Janus zur Traurigkeit oder zum Lachen zwingen will. Die imperative Logik ist in seinem Wesen ästhetisch einer andren Logik gleichzusetzen – sei es nun eine Prädikative oder eine Mathematische oder eine Fuzzy-Logik. Aus allen Erscheinungen lässt sich eine Informatik bilden – ob sie nun einfach nur auf der Booleschen Algebra basiert ist nebensächlich. Eine Informatik kann auch rein deskriptiv sein – sie muss nicht nur Nullen und Einsen durch einen Prozessor jagen, der in seinem Wesen doch nur ein Allzumenschliches ist. So ist es ebenfalls denkbar, vom informatischen System eine Antwort auf eine Frage zu bekommen ohne das informatische System deklarativ aufzufordern eine Antwort zu geben – in Form von Imperativen. Das Design eines Prozessor hängt weniger von seinen möglichen Zuständen als eher von der Art der Verwendung ab – und so bleibt gegenwärtig eine Eingabe nichts anderes als die Aufforderung Billarden von Elektronen im Prozessor nach links oder rechts zu schupfen um so eine neue Anordung von Elektronen zu erzeugen – die in ihrer Reihenfolgen Nullen und Einsen geordnet zurückgeben. Janus wird immer dem Ganzen Freude und Langeweile zugleich abgewinnen und die Nullen und Einsen werden zu Zeichen. Wird Janus jedoch in seinem ausgewachsenen Alter ein Offizier einer militärischen Armee, dann wird er Befehle in einer logischen Reihenfolge und in seiner Korrektheit richtig vermitteln können. Das hat ihm die imperative Programierung gelehrt. Aber das affektive hat er wohl eher von „Just Cause 4“ oder „Hitman 2“ gelernt.

 

* Abkürzung für imperative Programmierung, ich will mir etwas Schreibarbeit erleichtern, auf Kosten der Lesbarkeit – aber ein $meinText = substr(„imPro“, „imperative Programmierung“, $meinText); macht den Text wieder schön.
** Der Silver-Screen ist Schwarz geworden – Feng Shui Innenarchitekten rotieren im Kreis, wenn sie mit AutoCAD ein perfektes Habitat planen!