Policy paper

2018-08-16 § Hinterlasse einen Kommentar

Da sich nun im Laufe der Zeit doch einiges an Textmaterial auf diesem Blog angehäuft hat, ist es meine Aufgabe ein Grundsatzpapier zu verfassen. Was soll ich schreiben?

  • Title: Gedanken mit dem Netz gefangen
  • Author: Tom Maier
  • Description: mind-capturing-protocols

Damit hätte ich schon einmal die Pflicht-Aufzählung für Papers jeder Art verfüllt. Da ich aber Freude daran gefunden habe, werden im Rahmen dieser Festlegung noch weitere Aufzählungen Einzug finden. Oh ja, und natürlich die obligatorische Gliederung mit drei Ebenen (wenn die dritte überhaupt notwendig ist):

1. Kategorien

1.1 Das Prinzip

Um Kategorien festlegen zu können, sollte ein Prinzip dem Ganzen zugrunde liegen. Das Prinzip hebt sich durch sein Alleinstellungsmerkmal aus – mit anderen Worten, das Prinzip kann niemals neben einem anderen Prinzip stehen, denn sonst verliert es sein Wesen und rückt selbst wieder nur zu einer Kategorie herab, die in der Meta-Ebene nach einem Prinzip verlangt. So ist es gänzlich Falsch, von zwei Prinzipien (oder mehr) auszugehen… möchte man sich auf Spitzfindigkeiten einlassen. Ich will diese Denksweise exemplarisch erklären: „Meine Arbeit unterliegt zwei Prinzipien: Erstens, dem Prinzip der Klarheit und zweitens dem Prinzip der Vollständigkeit“. Das klingt nachvollziehbar, ist aber in dieser Denkweise gänzlich falsch, da sowohl das eine als auch das andere niemals ein Prinzip (im Sinne eines Nous) sein kann, wenn beide gleichwertig nebeneinander stehen sollen. Die Bewertung ist hier nicht der treibende Faktor weil selbst ein Über- oder Unterhang einer zweiten Seinsbestimmung keinerlei prinzipiellen Charakter erlaubt. Diese Hin-und-Her (ich will Fachbegriffe wie Ambivalenz vermeiden – weil diese angeblich die Lesbarkeit stören) zwischen dem Einem und dem Anderen, kann (in der Politik nennt man es Anlassgesetzgebung) einen wechselbalkartigen Charakter annehmen. Ich will von dieser äußerst restriktiven (oh Gott, natürlich strengen) Begriffsbestimmung abkommen und dem Prinzip jenes zuweisen, was im Volksmund als solches auch verstanden wird: Eine Verhaltensrichtlinie. Das Prinzip also für diesen Blog unterliegt einer sorgfältigen  (ach: akribisch würde so gut reinpassen) Protokolierung eines Gedankenstrang zu  einem bestimmten Thema. Ich habe also für diesen Blog das Prinzip „SORGFÄLLTIGKEIT“ gewählt – nicht Vielfällltigkeit oder Einfälltigkeit.

1.2 Die Entität

Um also eine kategoriale Beschreibung vornehmen zu können – sollte eine Entität vorliegen. Sollte! Ein sophistisches Verlangen, all unsere Gedanken in ein lineares Korsett zu stecken (dem ich im Beitrag: Alles NICHT-DENKBARE kann auch nicht geordnet werden! schon Rechnung getragen habe). Ob es nun von unten nach oben (deduktiv) oder von oben nach unten geht (induktiv) soll für Gedankenprotokolle eher eine untergeordnete Stellung einnehmen – insbesondere weil Mind-Capturing selten einem Forschungsziel folgt – nur allein, weil eine Zielformulierung für ernsthafte Forschung absurd ist. Poppers Zeiten sind vorbei!

Wir haben eine Hypothese – prüfen Sie diese und ermitteln Sie ob sie Falsch oder Richtig ist. Forschungsziel: Prüfen Sie so lange, bis sie falsifiziert ist!

Will ich nun eine Entität festlegen, so ist es das gute Recht des Lesers, jegliche Abweichung von der Entität als Falsch oder als Themenverfehlung abzutun. Warum auch nicht? Schließlich ist es eine Falsifikation, wenn der Fussball das Spielfeld verlässt – er wird zwar zurückgeworfen um das Spiel weiter am Laufen zu lassen – der teleologische Weg des Balles interessiert niemanden -denn er verlässt auch das, was wir als Entität Fussball betrachten würden und so, wie Fussball sowohl das Regelwerk, die begrenzte Örtlichkeit (Foucault beschreibt es auch als Heterotopie) als auch dem materiellen Einsatz – der temporalen Begrenzung und der Dynamik (also dem Nous der Bewegung) entspricht, soll die Entität für diesen Blog sich auf die „Versprachlichung des Räsonnement“ beschränken – dem Räsonnement der Gesichte, von damals bis jetzt – von der Idee zum Wort.

1.3  Jetzt mal ehrlich: die Kategorien

Da sich diese unsere unwissende „Menschheit ohne Ahnung“ eine Vielzahl von Begriffen und Worten zurecht gerückt hat (sie gefunden, beschrieben, eingegrenzt, beschrieben und als gefunden deklariert), ist es mir möglich die Themen (oder Kategorien) auf fünf einzuschränken, wobei natürlich die Erste und die Letzte gewagt sind und deswegen von mir sehr viel Selbstbewusstsein abverlangt:

  1. Philosophie
  2. Pädagogik
  3. Politik und Zeitgeschehen
  4. Literaturkritik
  5. Humor und Satire

Ich will meine Beträge nicht farblich kennzeichnen, um dem Leser die Arbeit abzunehmen. Meine Hoffnung ist noch immer, dass posthum irgend ein|e Student|in meine Beiträge sortiert.

2.1 Die Methode

Äußerst abstrakt und metaphorisch kann man sich eine Weltengeist vorstellen. Eine denkende Instanz, die unser Denken verbindet. Und so wie Sokrates in seiner Agonie von Flüssen gesprochen hat, erlaube ich mir von diesem Weltengeist zu schreiben. Der Status-Qvo unseres Denken – kann doch niemals vom Individuum selbst geboren sein. Das Individuum hat die Möglichkeit als Konstruktivist auf diesen Weltengeist einzuwirken – durch Fragen, durch Behauptungen – durch die einfache Rede. Das Gegenwärtige (ich will sagen, der tatsächliche Nous) erkennt das Gerede unsere Mitmenschen und hat (wem wir das zu verdanken haben, weiß ich nicht) aufgehört dieses zu bewerten. All dieses, das hier und jetzt – dein Denken jenseits der Worte – diese Emotion, sind der Beitrag zur kognitiven Entwicklung des Weltengeistes. Ob ich nun den Gedankenstrang wie ein Polariod festhalte, das Gegenwärtige als Photographie und der Weiterentwicklung in Form einer Photomontage  Tribut leiste, ist für die Gegenständliche protokolierung Nebensächlich. (gegenständliche Protokollierung nebensächlich).  Mit anderen Worten: die Methode wird zum Ziel und Zweck – verstehen überwindet Orthographie – verstehen überwindet Grammatik – Verstehen überwindet kulturelle Grenzen und wird so zum energetischen Teil jenes Prozesses, dem der Weltengeist sein Forschungsziel nennt.

3.1 Die Abstraktion

Im 19ten Jahrhundert (wenn wir das Leben und Sterben von Jesus Christus als Maßstab ansetzen wollen und nicht in Olympiaden rechnen) war noch der Glaube präsent, niemals die Wahrheit, durch Argumentation in Frage zu stellen und der Unwahrheit niemals durch Argumentation Platz in unserem Denken zu schaffen, sind wir jetzt am kritischen Wendepunkt. Wieso sollten wir auch nicht – alles Gute kann ins Böse gewandt werden, alles Dumme ist der Quell des Gescheiten. Die geistige Entwicklung ist aber schon lange nicht Sklave seiner eigenen Erkenntnis – die Entwicklung beschreibt seine neuen Methoden neu und definiert seine Entitäten als Prozess seiner eigenen Erkenntnis im Prozess – was uns doch wieder zu Aristoteles zurück wirft, der das Nous in der Bewegung sieht. Radial nicht linear, ein Postulat unter vielen. Das reine Denken kann sich nur einer Gesetzmäßigkeit unterwerfen – es kann nur einem Prinzip folgen – und so wird das radiale Denken nur ein Teilbereich der linearen Erkenntnis. Es ist so, als würde man den Gipfel unter den Berg stellen.

3.1.2  aber die vielen Fremdwörter???

Ja natürlich – dem und der Leser|in fallen die vielen Fachbegriffe auf, die sich so ergeben. Aber jetzt einmal ehrlich – wieviele sind es wirklich in diesem Blog? Zehn oder Zwölf (wenn es hoch kommt). Die Determinanten (Wörter die Inhaltlich eingrenzen) sind doch übersichtlich. Worauf kommt es mir hauptsächlich in diesem Blog an? Der Unterschied zwischen Induktion und Deduktion. Der Unterschied zwischen Normativ und Deskriptiv. Das Eine ist gesetzt, das Andere beschreibt. Der Nous (worum es wirklich geht) begleitet diesen Blog nicht wirklich und … es spielt keine Rolle. In der tatsächlichen Philosophie ist der Begriff „Syllogismus“ genauso und-und-verständlich wie der Begriff „für-sich“. Das „an-sich“ kann Verwirrung stiften, wie es eine „Prämisse“ tut und das „an-und-für-sich“ ist in seiner Komplexität einer „non-retrograden Progression“ gleich-zu-setzen. Ob ich nun „im-vorhinein“ oder „apriorie“ schreibe ist nur durch die Effizienz Begründbar – manchmal aber auch nur notwendig. Aber, für jeden Beitrag nehme ich mir vor die Lesbarkeit durch Lehnwortarmut aufzupeppen – wozu? Ist mir selbst noch unklar.

 

 

 

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