Policy paper

2018-08-16 § Hinterlasse einen Kommentar

Da sich nun im Laufe der Zeit doch einiges an Textmaterial auf diesem Blog angehäuft hat, ist es meine Aufgabe ein Grundsatzpapier zu verfassen. Was soll ich schreiben?

  • Title: Gedanken mit dem Netz gefangen
  • Author: Tom Maier
  • Description: mind-capturing-protocols

Damit hätte ich schon einmal die Pflicht-Aufzählung für Papers jeder Art verfüllt. Da ich aber Freude daran gefunden habe, werden im Rahmen dieser Festlegung noch weitere Aufzählungen Einzug finden. Oh ja, und natürlich die obligatorische Gliederung mit drei Ebenen (wenn die dritte überhaupt notwendig ist):

1. Kategorien

1.1 Das Prinzip

Um Kategorien festlegen zu können, sollte ein Prinzip dem Ganzen zugrunde liegen. Das Prinzip hebt sich durch sein Alleinstellungsmerkmal aus – mit anderen Worten, das Prinzip kann niemals neben einem anderen Prinzip stehen, denn sonst verliert es sein Wesen und rückt selbst wieder nur zu einer Kategorie herab, die in der Meta-Ebene nach einem Prinzip verlangt. So ist es gänzlich Falsch, von zwei Prinzipien (oder mehr) auszugehen… möchte man sich auf Spitzfindigkeiten einlassen. Ich will diese Denksweise exemplarisch erklären: „Meine Arbeit unterliegt zwei Prinzipien: Erstens, dem Prinzip der Klarheit und zweitens dem Prinzip der Vollständigkeit“. Das klingt nachvollziehbar, ist aber in dieser Denkweise gänzlich falsch, da sowohl das eine als auch das andere niemals ein Prinzip (im Sinne eines Nous) sein kann, wenn beide gleichwertig nebeneinander stehen sollen. Die Bewertung ist hier nicht der treibende Faktor weil selbst ein Über- oder Unterhang einer zweiten Seinsbestimmung keinerlei prinzipiellen Charakter erlaubt. Diese Hin-und-Her (ich will Fachbegriffe wie Ambivalenz vermeiden – weil diese angeblich die Lesbarkeit stören) zwischen dem Einem und dem Anderen, kann (in der Politik nennt man es Anlassgesetzgebung) einen wechselbalkartigen Charakter annehmen. Ich will von dieser äußerst restriktiven (oh Gott, natürlich strengen) Begriffsbestimmung abkommen und dem Prinzip jenes zuweisen, was im Volksmund als solches auch verstanden wird: Eine Verhaltensrichtlinie. Das Prinzip also für diesen Blog unterliegt einer sorgfältigen  (ach: akribisch würde so gut reinpassen) Protokolierung eines Gedankenstrang zu  einem bestimmten Thema. Ich habe also für diesen Blog das Prinzip „SORGFÄLLTIGKEIT“ gewählt – nicht Vielfällltigkeit oder Einfälltigkeit.

1.2 Die Entität

Um also eine kategoriale Beschreibung vornehmen zu können – sollte eine Entität vorliegen. Sollte! Ein sophistisches Verlangen, all unsere Gedanken in ein lineares Korsett zu stecken (dem ich im Beitrag: Alles NICHT-DENKBARE kann auch nicht geordnet werden! schon Rechnung getragen habe). Ob es nun von unten nach oben (deduktiv) oder von oben nach unten geht (induktiv) soll für Gedankenprotokolle eher eine untergeordnete Stellung einnehmen – insbesondere weil Mind-Capturing selten einem Forschungsziel folgt – nur allein, weil eine Zielformulierung für ernsthafte Forschung absurd ist. Poppers Zeiten sind vorbei!

Wir haben eine Hypothese – prüfen Sie diese und ermitteln Sie ob sie Falsch oder Richtig ist. Forschungsziel: Prüfen Sie so lange, bis sie falsifiziert ist!

Will ich nun eine Entität festlegen, so ist es das gute Recht des Lesers, jegliche Abweichung von der Entität als Falsch oder als Themenverfehlung abzutun. Warum auch nicht? Schließlich ist es eine Falsifikation, wenn der Fussball das Spielfeld verlässt – er wird zwar zurückgeworfen um das Spiel weiter am Laufen zu lassen – der teleologische Weg des Balles interessiert niemanden -denn er verlässt auch das, was wir als Entität Fussball betrachten würden und so, wie Fussball sowohl das Regelwerk, die begrenzte Örtlichkeit (Foucault beschreibt es auch als Heterotopie) als auch dem materiellen Einsatz – der temporalen Begrenzung und der Dynamik (also dem Nous der Bewegung) entspricht, soll die Entität für diesen Blog sich auf die „Versprachlichung des Räsonnement“ beschränken – dem Räsonnement der Gesichte, von damals bis jetzt – von der Idee zum Wort.

1.3  Jetzt mal ehrlich: die Kategorien

Da sich diese unsere unwissende „Menschheit ohne Ahnung“ eine Vielzahl von Begriffen und Worten zurecht gerückt hat (sie gefunden, beschrieben, eingegrenzt, beschrieben und als gefunden deklariert), ist es mir möglich die Themen (oder Kategorien) auf fünf einzuschränken, wobei natürlich die Erste und die Letzte gewagt sind und deswegen von mir sehr viel Selbstbewusstsein abverlangt:

  1. Philosophie
  2. Pädagogik
  3. Politik und Zeitgeschehen
  4. Literaturkritik
  5. Humor und Satire

Ich will meine Beträge nicht farblich kennzeichnen, um dem Leser die Arbeit abzunehmen. Meine Hoffnung ist noch immer, dass posthum irgend ein|e Student|in meine Beiträge sortiert.

2.1 Die Methode

Äußerst abstrakt und metaphorisch kann man sich eine Weltengeist vorstellen. Eine denkende Instanz, die unser Denken verbindet. Und so wie Sokrates in seiner Agonie von Flüssen gesprochen hat, erlaube ich mir von diesem Weltengeist zu schreiben. Der Status-Qvo unseres Denken – kann doch niemals vom Individuum selbst geboren sein. Das Individuum hat die Möglichkeit als Konstruktivist auf diesen Weltengeist einzuwirken – durch Fragen, durch Behauptungen – durch die einfache Rede. Das Gegenwärtige (ich will sagen, der tatsächliche Nous) erkennt das Gerede unsere Mitmenschen und hat (wem wir das zu verdanken haben, weiß ich nicht) aufgehört dieses zu bewerten. All dieses, das hier und jetzt – dein Denken jenseits der Worte – diese Emotion, sind der Beitrag zur kognitiven Entwicklung des Weltengeistes. Ob ich nun den Gedankenstrang wie ein Polariod festhalte, das Gegenwärtige als Photographie und der Weiterentwicklung in Form einer Photomontage  Tribut leiste, ist für die Gegenständliche protokolierung Nebensächlich. (gegenständliche Protokollierung nebensächlich).  Mit anderen Worten: die Methode wird zum Ziel und Zweck – verstehen überwindet Orthographie – verstehen überwindet Grammatik – Verstehen überwindet kulturelle Grenzen und wird so zum energetischen Teil jenes Prozesses, dem der Weltengeist sein Forschungsziel nennt.

3.1 Die Abstraktion

Im 19ten Jahrhundert (wenn wir das Leben und Sterben von Jesus Christus als Maßstab ansetzen wollen und nicht in Olympiaden rechnen) war noch der Glaube präsent, niemals die Wahrheit, durch Argumentation in Frage zu stellen und der Unwahrheit niemals durch Argumentation Platz in unserem Denken zu schaffen, sind wir jetzt am kritischen Wendepunkt. Wieso sollten wir auch nicht – alles Gute kann ins Böse gewandt werden, alles Dumme ist der Quell des Gescheiten. Die geistige Entwicklung ist aber schon lange nicht Sklave seiner eigenen Erkenntnis – die Entwicklung beschreibt seine neuen Methoden neu und definiert seine Entitäten als Prozess seiner eigenen Erkenntnis im Prozess – was uns doch wieder zu Aristoteles zurück wirft, der das Nous in der Bewegung sieht. Radial nicht linear, ein Postulat unter vielen. Das reine Denken kann sich nur einer Gesetzmäßigkeit unterwerfen – es kann nur einem Prinzip folgen – und so wird das radiale Denken nur ein Teilbereich der linearen Erkenntnis. Es ist so, als würde man den Gipfel unter den Berg stellen.

3.1.2  aber die vielen Fremdwörter???

Ja natürlich – dem und der Leser|in fallen die vielen Fachbegriffe auf, die sich so ergeben. Aber jetzt einmal ehrlich – wieviele sind es wirklich in diesem Blog? Zehn oder Zwölf (wenn es hoch kommt). Die Determinanten (Wörter die Inhaltlich eingrenzen) sind doch übersichtlich. Worauf kommt es mir hauptsächlich in diesem Blog an? Der Unterschied zwischen Induktion und Deduktion. Der Unterschied zwischen Normativ und Deskriptiv. Das Eine ist gesetzt, das Andere beschreibt. Der Nous (worum es wirklich geht) begleitet diesen Blog nicht wirklich und … es spielt keine Rolle. In der tatsächlichen Philosophie ist der Begriff „Syllogismus“ genauso und-und-verständlich wie der Begriff „für-sich“. Das „an-sich“ kann Verwirrung stiften, wie es eine „Prämisse“ tut und das „an-und-für-sich“ ist in seiner Komplexität einer „non-retrograden Progression“ gleich-zu-setzen. Ob ich nun „im-vorhinein“ oder „apriorie“ schreibe ist nur durch die Effizienz Begründbar – manchmal aber auch nur notwendig. Aber, für jeden Beitrag nehme ich mir vor die Lesbarkeit durch Lehnwortarmut aufzupeppen – wozu? Ist mir selbst noch unklar.

 

 

 

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Die Negation des Anders-Sein

2018-08-09 § Hinterlasse einen Kommentar

Noch bevor wir uns dem seienden Individuum zuwenden, möchte ich (zum Anlass des sich all-jährlich wiederholenden Todestag von DEMOKRIT aus Abdera) eine Gedenknote einfügen – die den ersten echten Rock-and-Roll-Superstar der Philosophie hochleben lassen soll. Neben seiner Atomlehre (die noch immer Sprengkraft hat) wurde er von Hegel als Einen-der-Ersten genannt, der unter den Vorsokratikern schon ein Licht hatte (wenn gleich kein Großes). Mit seinem Lehrer Leukipp hat er den ausschlaggebenden Impuls für das, was wir Synthese nennen, gegeben [Verzeihung wenn dieser kurze Demokrit Part nicht vollständige Tiefe besitzt – ich scripte aus dem Gedächtnis.] Aber auch das und das Andere soll noch nicht Grund genug sein, das Justin Beaver Poster abzuhängen um Platz zu schaffen für das Konterfei des Demokrit. Nein nein, ein oder zwei nebensächliche Details seines Lebens (die wahrscheinlich in einer seriösen Philosphievorlesung keine Zeit haben) sind es, die ihn zu dem Superstar der Antike machten: „Demokrit und seine Talente“.

demokrit

Foto vor der Monatage von Pexels auf pixabay.com

Und talentiert war er – ohne Zweifel. Nur allein mit seiner Erbschaft von 100 Talenten machte er sich ein geiles Leben in den angesagten Großstädten der Antike – vornehmlich in Ägypten (manchmal auch im Morgenland). Man kann ihn gut und gerne als den Ur-Großvater des gepfegten Jet-Sets nennen. Ich persönlich meine, dass er seine Kohle für teuren bezahlten Sex, altmesopotamisches Bier und Papyrus ausgegeben hat. Aber das ist nur meine Meinung – denn wie sollte man auch in so kurzer Zeit 100 Talente durchbringen (das ist eine gewaltige Summe – darauf komme ich noch zurück). Aber er hat es geschafft – einhundert Talente – aber weil die Verfassung von Abdera für jene, die die Erbschaft des Vaters in den Wind schießen, keine Beerdigung im Familiengrab erlaubt hatte der gute Demokrit ein massives Problem. Pleite und ohne Grabplatz veranstaltete er ein Event – eine Lesung aus dem Diakosmos (der kleine Diakosmos wird dem Demokrit zugeschrieben) und diese Lesung muss es in sich gehabt haben, denn schließlich musste er die Abderiten derartig bewegt oder begeistert oder in Extase versetzt haben, das sie bereitwillig ihre Brieftaschen öffneten um dem Demokrit für seine Arbeit Tribut zu leisten. Und davon nicht wenig – 500 Talente. Für jene die noch nicht wussten was ein Talent wert ist oder einfach nicht schon oben im Text Google beauftragt haben den Gegenwert von einem Talent zu ermitteln – hier die Auflösung: Er bekam attische Talente, die nach einer Inflationsbereinigung mit ungefähr 1000 bis 1400 Taler pro Talent hochgerechnet werden kann. Wieder andere wollen es mit ungefähr 250.000 Euro pro Talent beziffern. Eine Milchmädchenrechnung kommt auf circa 10.8 Millionen Liter Wein, die sich der gute Demokrit mit seinen 500 Talenten kaufen konnte. Wenn ich nun Sloterdijk für seine Akkumulation von einem einstelligen Euromillionenbetrag zur Erforschung des Postkapitalismus bewundert habe, so muss ich jetzt sagen: Demokrit, ich liebe dich!

Die Negation des Anders-sein!

Noch in mitten einer Vorstellung die sich die Vernunft als Grenzen unserer Wirklichkeit darstellen will, ist ihre Begrenzung mehr durch das Wissen als Moment im imanenten Monus der zeitlichen Abgrenzung unserer Grenzen dieser Wirklichkeit. Will man jetzt schon frühzeitig die Determinate Freiheit als Möglichkeit der Grenzenlosigkeit ins Feld werfen, so müssen wir die Vernunft klar vom Wissen abgrenzen, das Erfahrene als durch die Wahrnehmung-bedingt betrachten und die Wahrnehmung als gelernten bzw. geübten Prozess der Wahrnehumung selbst ansehen ist eindeutig rückbezüglich und so im Faktum eine normative Entgleisung unseres Naturzustandes. Mimetisch wird die Wahrnehmung des natürlichen Gesamtzustandes als gegeben angenommen – das soll, um wirklich spekulativ zu arbeiten, kein Hindernis darstellen – denn schließlich transponieren wir die Natur in die Kunst und vermitteln über die Kunst auch wieder das Transponat zurück um so die Vernunft als Bestandteil in diesen Prozess einzubauen – bzw. einbaubar machen (falls man die Implementierung erst in einem späteren Moment umsetzen möchte). Entklärt (ich will diesen Begriff neu hinzufügen, da mich gegenwärtig noch immer die nomadische Dialektik aus Ruhe und Bewegung [oder wie Nietzsche anführte: es gibt nur eine Gesundheit aber viele Krankheiten] die auf die eine Ruhe im Vergleich zu den vielen Bewegungen rückführbar ist) und so dem Klaren (wovon wir wieder auszugehen haben, da es nur eine Klarheit gibt) dem Entklärten als Messlatte dienen soll. In ihr sollten wir das Erklärungsmoment finden, das die Bedingung unserer Grenzen durch Verstand und Wissen – die Vorweggreifung der Freiheit und in Folge natürlich auch den Prozess zwischen dem Naturzustand und seiner durch die Kunst erklärenden Aufgabe. Diese entklärte Begrifflichkeit kann und muss der Negation des Anders-sein dienlich werden, da wir im einen sowohl die Entstehung als auch deren nähere deskriptive Verwendung haben und im anderen das Bestehende durch den immanenten Prozess in seiner Verständnislosigkeit neu erkennen können. Wie kann dieser Verständnisprozess nun als Aporie terminieren? Wie soll das Nicht-Seiende der tatsächliche Attributator unserer Seins-Vorstellung werden? Nun da doch, so wie vieles, durch seine Attribute, Eigenschaften und seine Bewegung bestimmt wird – bleibt nur das sprachliche Moment um eine Beschreibung zu einem Seins-Element zu transformieren, wie gehabt, im und durch-das Moment was zu keiner standfesten Erklärung führt – wenn man die Erklärung überhaupt als neues Prinzip der Modern hochstilisieren will. Und wagen wir tatsächlich den Schritt – Semiotik, Semantik, Hermeneutik, Logozentrismus und gegenwärtige Literalität mit ihren unzähligen Symbolen dem Zweck der Erklärung näher zu bringen – so entsprechen wir damit definitiv dem Auftrag der Moderne – wir würden sogar unser Sein und seine Grenzen nicht mehr durch Wissen und Vernunft begrenzt kennen – sondern durch seine intrinsische und extrinsische Erklärung. [Verzeihung das ich jetzt an dieser Stelle mich dem exemplarischen zuwende – ich will nur ein paar Bilder aus meinen Kopf dadurch entfernen um den abstrakten Prozess der Analyse wieder aufnehmen zu können {es handelt sich dabei kategorisch um keine Deduktion zum Bestimmten} sondern um nachvollziehbare Geistesgegewärtigkeit]  Der|die Pharmazeut|in legt einen Beipackzettel zum Medikament bei. Der|die Pädagoge|in erstellt eine Lehrstoffverteilung über Stundenbilder – flankierend zum Unterricht. Der|die Betriebswirt|in schreibt ein Marketing-Konzept noch bevor er|sie das Produkt ins Regal stellt. Das erklärende Modell zur tatsächlichen Eingrenzung des Seins soll in seiner Abwesenheit zum freiheitsstiffenden Element werden – und ich will tatsächlich auf den Begriff Element beharren – weil seine rein geistliche Existenz derart in unser Denken einwirkt, dass es schon einen materialistischen Charakter besitzt. Sprachlich versuche ich nun von dem Element zum Produkt zu gelangen – will doch das eine seine Beständigkeit über die Zeit hinweg behalten und das andere als finales Werden durch seine Bestimmung verstanden werden. Die entklärte Verbindung zwischen Element und Produkt wird zum Negativum allem Anderen – und in Folge auch allem anderen Nicht-seienden was ein weiterer Eingriff in eine zusätzliche Ebene zur Folge hat. Den haben wir das Seiende noch immer als nicht klar realisiert, weil noch immer die Erklärung fehlt – so haben wir die Negation ‚Allem-nicht-Seienden‘ der Negation ‚Allem-Andern-nicht-seienden‘ keiner Gegenüberstellung zu unterwerfen. Wie sollten wir auch? Das dem Anderen nicht-Seiende führt in seiner These zu Erscheinung und in der Antithese, also der Negation ebenfalls nur zu einer Erscheinung. Es kann nun also dem eigenen Nicht-Seienden antithetisch und deskriptiv nur ein geistiges Kurzweil erscheinen, dessen Tiefe zu Lösung wenig beiträgt. Die Schwierigkeit ist noch immer in der Grundlagen-Forschung allem Philosophierens zu finden (und da will man schon über den nächsten Schritt nachdenken – Grotesk). Das gegenwärtige Elaborat erlaubt einzig den Schluss, das es das Nichts auch nicht gibt denn wir können nicht aus der Negation dessen was wir nicht sind unser Sein ableiten. Und wie es das Elaborat verlangt können wir definitiv aber unser Sein von der Negation des Anders-Seins ableiten indem wir das Andere von unserem Klar über die Erklärung abgrenzen. Die Entklärung wird damit das vorranige problematische Element, da die Klarheit in seinem Wesen einzig einen ideellen Zustand beschreibt, seine Unklarheit durch Eigenschaften begründbar sein kann und seine gänzliche Entklärung keinerlei Konsequenz erlaubt, als den von ihr selbst verlangten Weg zur Nichtigkeit, allem Klaren eine Absage zu erteilen um so der Erklärung durch den Primat der Kritik seine Falsifikation ein Postulat abringt. Die Methode also (so will sie etwas beitragen) entzieht z. B. einer Aussage alles Klare, so das alles Nicht-Klare übrig bleibt um damit diskursiv die Fehler auszumerzen (bewusst formuliert in der Aussage und nur dort). So kommt es entweder zur Erklärung oder zur Korrektur – keines von beiden will dem Seienden das geben, was dem Seiende jenes Faszinationsmoment verleiht, dass uns so an das Sein bindet. Ich bringe schon wieder jene Aussagen vor, die jene Aphorismensammler so lieben. „Wir sind an unser Sein gebunden“, Zitat Tom Maier, 2018 – mir wird übel dabei. Der Gedanke daran einen protokollarischen Zwischenschritt als Flaschenpost in die Zukunft zu schicken, ist nur ein Beweis dafür das ich versagt habe. „Ich denke, also bin ich“ – die spontane Erklärung dafür warum man kurz räsoniert [Philosophie gänzlich falsch verstand] – „Ich weiß, das ich nichts weiß“ – als Antwort des Unteroffiziers zum Rekruten auf die Frage, wann wir schlafen dürfen …

 

Postmodern

2018-08-02 § Hinterlasse einen Kommentar

Die Geschichte der Philosophie sollte eigentlich hinlänglich bekannt sein. Es hat sich in den letzten 656 Olympiaden so einiges getan. Zahlreiche große Namen sind aufgetaucht die mit noch zahlreicheren Worten, Ideen und Gedanken den ihrigen Teil zu dem beigesteuert haben, was wir philosophischen Fortschritt nennen. Dieser Fortschritt ist natürlich ein Irrglaube – es gibt keine Progression in der Philosophie. Auch das Finden von neuen Begrifflichkeiten ist nur ein trauriger Versuch den Gedanken, die Idee, das Wort mit Silben in Töne zu gießen. Aber es muss sie doch geben, diese Geschichte der Philosophie (nur allein, aus pragmatischen Gründen) den gäbe es sie nicht, so müssten viele Universitäten ihre Lektoren und Professoren ins Vorwarnsystem des Arbeitsmarktservice eintragen. Nun gibt es drei große Herangehensweisen, um die Philosopheme in ein chronologisches Korsett zu zwängen. 1) Über die Namen jener Subjekte die den geisteswissenschaftlichen Status am vorzüglichsten vortragen konnten weil sie mit Charaktereigenschaften, ich gehe sogar soweit zu sagen, mit physiognomischen Besonderheiten ausgestattet waren – um das Protokoll des Weltengeistes mit der geringsten Fehlerquote bei der höchsten charismatischen Wirkung auf die Mitmenschen wiederzugeben. Das philosophische Moment wurde erst in der Kongruenz des Inhalts zum Medium Mensch möglich – manchmal ein Faszinationsmoment, manchmal erst der Grund es auf eine wissenschaftliche Ebene zu heben – obgleich Philosophie – wahre Philosophie im Wesen keine Wissenschaft ist – sie ist lediglich die Mutter jeder Wissenschaft und genau jene Mutterpflichten sind es, ihren Kindern (Disziplinen) das bestmögliche Vorwärtskommen zu ermöglichen. Aus ihr heraus entspringt auch das Postulat – alles Philosophische als Weiblich zu betrachten – alles philosophieren selbst, so in Folge als reines maskulines anzusehen. Ihm zugrunde liegt nicht die Frage, wie oft gemeint – sondern das kognitive Bedürfnis zu Verstehen. Die Frage ist nur ein Werkzeug um das Gebilde Verständnis aufzubauen. Wenn die Frage nach dem Sinn des Lebens gestellt wird, so hat die Frage selbst rein nichts Räsoniertes in sich – will sie nicht dem Verständnis dienen und damit dem Verstand. Zu wissen woher sie (die Philosophie) ihre Mode entnimmt dient ebenso wenig dem Fortschritt als es das psychologische Profil des Philosophen selbst tut. So sind sie, die Subjekte einmal Lehrer, einmal Wissenschaftler, einmal Narren, einmal dem Rausch verfallen, einmal gute Familienväter – Streber oder Revolutionäre. Das Psychogramm des Philosophen wirkt auf das Weltgeschehen, wie die Schriftart auf den Text – es erzeugt ein Bild, ein Sinnbild. Das praktische nun ist, dass jene ein Geburtsdatum und ein Todesdatum haben – sie wären also prädestiniert um von ihnen eine Geschichte der Philosophie abzuleiten. 2) Die Orte in welchen das ausgesprochen wird, worüber an anderen Orten geschwiegen wird. Topographisch gibt und gab es Hot-Spots welche durch ihre Prägung erst jene geistige Arbeit möglich machen, die das wiederspiegeln sollen was dem Gegenwärtigen seine volle Präsenz verleiht. Der Raum entreißt sich durch seine Nicht-Bewegung aus dem chronologischen und beeinflusst so das Gegenwärtige durch seine Vergangenheit und Zukunft, die dem Wesen des ruhenden Ortes inne wohnt. Der Raum selbst ist geistig steril. Des Ortes Besonderheiten sind einem Tatsächlichen unterworfen und vermitteln so das Entrissene im Lauf seines Werdens. Das Sein beinhaltet alles Vergangene als Mal und alles Zukünftige als Präposition/Vorzeichen des Möglichen und des Ideellen. Beispiel: Benötigt der Weltengeist Olivenhaine für seine Wirklichwerdung im Exemplarischen, so wird er die Insel Sylt oder England meiden. Ist sein Denken erst im Trabantenstadtbau des realen Sozialismus möglich, so ist der Vatikan auszuschließen – kategorisch natürlich. Die Kulisse ist nicht nachhaltig und selbst wenn jemand meint, er spüre die Präsenz eines Genies in Weimar oder Jena so ist es meist keine philosophische Eingebung sondern mehr ein Marketing-Gag der Gründerväter, der auf das Subjekt wirkt (siehe Herangehensweisen 1) . Das Absurde des Raumes ist erst der Indikator, um eine Geschichte abzuleiten – den schließlich zeichnet sich ein Ort durch seine Attribute aus, die einen Chronismus möglich machen – aber von sich im Zentrum losgelöst, ihre Unterschiedlichkeit zur Folge hat und damit jedes Philosophem allein gegen den Grad des Populären nach sich zieht. Es liegt daran, das jeder Ort durch seine Begrenzung zur Heterotopie wird um damit die Wirkung von Axiom und Gesetz als weltüberspannende Wahrheit negiert. Die Grenze wird zur Geschichte – ob sie nun politisch, durch ein Bündnis, durch die Natur oder einen sprachlichen Einfluss geschieht, sind nur vier Überlegungen die als Begrenzung herangezogen werden können – sie erlauben aber eine Geschichte der Philosophie zu deduzieren. 3) Ist die Ableitung von der Strömung eines Gedankens, einer Idee oder den Begriffen. Diese ist kategorial herrlich sortierbar. Die Strömungen beinhalten die Subjekte und die Orte in welchen sie wirkten, erweitert sie aber um jene Mitmenschen und Räume die an ihr mitwirkten. Sie werden zur Entität und subsumieren Gemeinsamkeiten um der Ganzheitlichkeit des Raum-Zeit-Kontinuums mit- und gleichzeitig entgegen zu wirken. Eine Strömung entsteht also aus Schnittpunkten und aber auch aus Parallelen. Erkennt die Geschichtsschreibung eine Gemeinsamkeit zwischen den Erkenntnissen, so ist die Strömung ebenda wie sie durch ein Voranschreiten auf unterschiedlichen Bahnen ebengleich eine Zuweisung erlaubt – sie passiert dann meist postkognitiv – wie eine Metaphysik der in die Strömung passenden Determinante oder sie ist Selbstnominel (z. B. normativ und in Folge deskriptiv – Wiener Kreis). In der Strömung selbst liegt ihr eigens Verwesen begraben – wie schon Zenon beschrieben hat, aber trotzdem ein Ordnungssystem erlaubt. Ich will es etwas verändern – im Bedeutungsgehalt sollte es aber dem zenonischen Gedanken entsprechen der für sein Beispiel einen Menschen wählte, der auf einen Schiff gegen die Fahrtrichtung geht. Wir wollen uns einen Fisch wie einen Gedanken vorstellen der in einem Fluss in Fließrichtung schwimmt. Dreht er seine Richtung und schwimmt gegen den Strom (wie es z. B.  Lachse tun) so verändert er nicht seine Position obgleich er definitiv in Bewegung ist. Der Fisch (Gedanke) ist nun also im Strom (der Zeit) – zugleich in Bewegung und ändert dennoch nicht seinen Ort was ihn zum Phänomen einer Strömung macht weil sein Kraftaufwand nichts anderes zur Wirkung hat, als Stillstand. Der Wahrheitsanspruch einer Strömung ist dementsprechend hoch, nur allein weil dieser Fisch (Gedanke) wie ein Fels im Flusse wirkt – dennoch aber durch seine eigene Lebenszeit begrenzt ist, die sowohl wie die Grenze eines Ortes (siehe Herangehensweise 2) als auch wie die Zuweisung zur Zeit verstanden werden kann und im Vergleich zu einem gewaltigen Stein im Fluss, der durch die Zeit/den Strom sich verformt, welches ein vorhandenes Wissen ist, sehr wohl eine Wahrheit durch seine Bezeichnung transportiert und aber eben nur als Geschichte in die Ewigkeit einfließen kann. Das ist die dritte Herangehensweise um eine Geschichte der Philosophie zu schreiben.

Und so können wir, wenn wir es uns einfach machen wollen – alle Episoden zwischen Thales und Sloterdijk (oder Maier – siehe http://maier.css4.at) nachspielen – wir können aber auch die Naturphilosophien bis zum Poststrukturalismus aufzeichnen oder auf einer Landkarte vom antiken Knossos bis zum groovy Reykjavik mit Farbstiften eine Logik ableiten wie bei Malen nach Zahlen man zu einem Bild kommt. Der schwierige Weg, und dieser wurde von Hegel schon paraphrasiert ist ein Weg der Einsicht. Es ist die Einsicht darin, das das Gegenwärtige schon das Vergangene in sich trägt und so auch das Absolute als Einheit versteht, welches im Hier und Jetzt wirkt und ohne ein a Priorie oder a Posteriori ein bestimmendes Seins-Element ist – welches empirisch nur innerhalb unserer eigenen Lebenszeit verifizierbar sein sollte, weil dieses Element mit seinen Attributen die es zum Bestimmenden macht einer Falsifikation stand hält und einer Verifikation nicht bedarf. Das Hier-und-Jetzt ist also die kumulierte Erkenntnis und entspricht sie nicht einer Mode so entspricht sie dem Anspruch einer Kritik an ihr Selbst. Möchte man jedoch tatsächlich von einer Geschichte der Philosophie sprechen, dann bleibt uns nur eine etwas schwammige Einteilung in drei Wirkungen. Der ersten Wirkung: die der Idee oder des Gedankens, die in der Antike seine Heimat hat – oder am ehesten mit ihr erklärbar ist. Das dunkle Mittelalter, oder das schweigsame Zeitalter, ist jene Zeit des Räsonierens über die Idee oder des Gedankens. Wir haben hier eine gewaltige Zeit ohne vieler Subjekte (wie z. B. Th v. Aquin) weniger bedeutende Orte und schon nahezu keine Strömungen. In all seinen Vorstellungen soll uns diese Zeit, wenngleich sie wenig Glamour wie die Antike oder die Moderne hat, als ein paradiesisches Zeitalter des Denkens erscheinen. Sie ist die zweite Stufe von Bedeutung, sie war die Verarbeitung in Reinform – ungetrübt und sie mündet in der Moderne – das Zeitalter der Begriffe und der Begrifflichkeiten. Die Moderne ist die Zeit, wo endlich nach den vielen Jahren des Räsonierens das Wort folgt – der Satz – die vollständige Erklärung. Da den Menschen in seinem Wesen, ein gewaltiger Wortschwall nicht unbedingt sein Wesen Definition gibt – er über Jahrhunderte hinweg das Denken als Praxis hatte oder vorher die reine Erfassung der Idee das Ausgangsmoment innewohnend hatte – so war die Verwortlichung – das Zeitalter des Logos – eher eine Bürde – wie die Erfassung der Abstraktion und das Begreifen zuvor. Und so entsprang auch, nach einem fleißigen über Ursache und Wirkung reden und schreiben – ein Bedürfnis über die Moderne hinauszudenken – es entstand eine Lotterie in welcher die Theoreme und Hypothesen über das, was nach dem Wort – nach der Moderne kommen mag den Einsatz darstellte und damit verbunden die Hoffnungen jener Forscher – die das Ende eines Hier und Jetzt herbeisehnten. Fiktive Vorstellungen – Dystopien und Utopien – Postulate von der Auflösung aller Symbole und in Folge einen neueren Aufbau des Turms zu Babel. Eine Beendigung darüber zu Schreiben oder Reden über das, worüber im Zeitalter des Räsonierens schon Klarheit gefunden wurde – oder man glaubt, das diese Klarheit immanent sei. Das unsägliche soll zum Ungesagten werden – die Idee zu einfach um weiter an ihr zu verweilen aber dennoch zu Abstrakt, als wenn sie weiter kommuniziert werden soll. Inmitten der vielen Vorstellungen – der determinierten Begriffe – scheint eine Postmoderne nur durch das Finale der Determinierung seinen Bestand finden wo in  ihm keine höhere Sprachlichkeit oder ein höheres Kommunique als begriffen aufgefasst werden kann. Die Postmoderne ist jenes Portal, das uns durch die Sprachlichkeit zu einem Nicht-Sein führt – welches zur Bedingung allem Seins erhoben wurde. Dieses Portal stand schon immer offen – durchschreiten wir es, so werden wir erkennen das das Nichts und das Sein das selbe ist – verbleiben wir, so reden und schreiben wir weiter – wir werden weiter lesen und weiter zuhören – welches der Grund ist, über das Nichts jenseits der Moderne zu sinnieren sein soll – ist nicht der Abschluss der Moderne!

 

Wo bin ich?

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