Das IKEA-Dispositiv

2016-05-15 § Ein Kommentar

I. ENKONDUKO

Nach langem Hin-und-Her konnte ich mich endlich durchringen, das schon lange fällige IKEA-Dispositiv zu bearbeiten. Anm.: Die Internetrecherche brachte insgesamt nur 5 Quellen zum IKEA-Dispositiv, wobei im Grunde nur eine Einzige für das Elaborat zur Verwendung in Frage kommt. Ich spare mir die lästige Zitation in diesem Text, weil die Quelle selbst durch keinerlei Schöpfungstiefe brilliert. Um einen lieben Freund glücklich zu machen, verweise ich auf Foucault, Deleuze und Agamben um kein klares Bild über den Begriff „Dispositiv“ zu bekommen. M. E. fehlt in den Arbeiten die notwendige Abstraktion um auf einer ad·ä·qua̱ten Ebene die Operation (losgelöst vom Philologischen) rein Philosophisch und wieder einmal reduziert auf Sprache durchzuführen. Selbst hier: Wie schon zu erwarten – welche weder beim Konstruktivisten noch bei einem seiner hermeneutischen Deskripteuren annehmbar und entvakantiesiert im Moment (ontologisch) Verfügbarkeit verspricht. IKEA ist eine eingetragene Firma – garantiert [ohne vorherige Prüfung/a priori] rechtlich geschützt. Kein Mitarbeiter / Keine MitarbeiterIn des IKEA Konzerns erteilte dem Autor den Auftrag diese Arbeite zu verfassen und/oder zu publizieren. Mehr noch – der Autor selbst distanziert sich von einer etwaigen Nähe zu diesem Handelsbetrieb mit den Businessfields „Schlafen – Essen – Wohnen – Ordnen etc.“. Der Autor (in Folge als ICH gekennzeichnet) hofft auf ein langes Leben des IKEA Konzerns – nicht wegen der gelebten Geschäftsphilosophie, sondern um über den Erdball verteilt viele Exemplare der IKEA-Dispositivitätshypothese für die Nachwelt haltbar zu machen. An dieser Stelle müssten selbst die Aktionäre, Eigentümer und deren Geschäftsführer sich von diesem Text distanzieren [jegliche Kenntnis davon abstreiten] so wie auch ich [bekannt als der Autor] langsam eine Distanz zum rein Sprachlichen finden muss, um dem Gedanken volle Entfalltbarkeit zu gewähren um so über seine Schwinge im Netz der Erkenntnis gefangen genommen zu werden. Seien Sie gewiss – das IKEA Dispositiv ist kein Entfesseltes!

II. CEV-PARTO

Objet neuf et intact, n’ayant jamais servi, non ouvert, vendu dans son emballage d’origine (lorsqu’il y en a un). So wird aus dem Anfang zu gleich sein Ende näher bestimmt. Das Voranstrebende scheint die Divergenz des sich abgleichenden in keiner Weise unreflektiert en passant zu gehen. Die Offensichtlichkeit der These [in kursiv] erweitert nicht die Möglichkeiten. Es ist schon in sich das Offene die Begrenzung in sämtliche Richtungen [radial] erfassbar – dadurch Linear. Die Linearität ist in keiner seiner Formen losgelöst zum zentralen Punk seiner  Entnimbusierung (falls man davon sprechen darf, da der Nimbus selbst den höchsten Grad innerhalb einer dialektischen Materialisierbarkeit einnimmt). Die Offenlegung wird das zentrale Moment des operativen Eingriffs in die originäre Anschaubarmachung – sie spiegelt das Angeschaut-werden und das Anschauen durch seine vollständige Bereitstellung in Form einer durch das Räumliche [euklidische] und dem immanenten Bereitschaftsaspekt seiner Entwurzelung durch die fremdgesteuerte (ein wichtiges Element eines Dispositivs) Machtausdehnung – wieder.

L’emballage doit être le même que celui de l’objet vendu en magasin, sauf si l’objet a été emballé par le fabricant dans un emballage non adapté pour la vente au détail, comme une boîte non imprimée ou une poche en plastique. Die linienförmige Ausbreitung des Dispositivs findet nun in seiner Wachstumsphase ihren Vektor. Die Ausbreitung entspricht weniger und weniger seiner durch kulturelle Befangenheit befähigten Entstehungsontologie. Die seienden Aspekte treten in den Vordergrund, indem sie sowohl das Aktuelle provozieren und das Zukünftige dadurch deduzieren. Ein Geschäftslokal [ein Lokal als Konstante] braucht damit seine Legitimation innerhalb welcher die Akteure, die breiten Facetten ihrer sprachlichen Entwicklungen, durch das Produkt transportieren. Die Entstellbarkeit durchwandert ihre Ausgrenzungsimpulse und terminiert diese in einer sekundär sprachlichen, jedoch primär interaktiven Form des Gesprächs. Des Verkaufsgespräch. Das Objekt bleibt das Objekt – das Subjekt bleibt ebenfalls subjektiv. Die Entattributisierung der Handelsware erfährt keine Dekonstruktion. Es sind alle Elemente implizit verpackt. Es begreift damit den Prozess des Handelns als einen entsprachlichten – aber keinesfalls entsyntaktisiert. Erkenntnis wird zu zentralen Argument des Handelns. Ontologisch nicht unbedenklich – da es keine Verbindung vom offen Visualisierten zum verpackten Ensemble (hier die Akteure) gibt. Sie sind variant und doch zugleich uniformiert. Die Vermenschlichung (in einer entarteten Welt) geschieht biologisch als Rückführung von der Idee – zum Bild – zum Abbild – zur Vereinigung von Holz und Fleisch – bis zur Holzfleisch gewordenen Maschine. Eine Entgleisung ist ein einfaches Resultat der Mode und damit ein Ende des Zeitalters des Wassermanns obwohl wir Harmonie und Verständnis mitgenommen haben. Die Homogenität versinkt in den sieben Weltmeeren wie Plastikteile in welchen sich die Ureinwohner der Meere verfangen – die Fische. Wer überleben will braucht Kiemen. Wer weiter leben will, atmet die Atmosphäre seiner eigenen vier Wände und erkennt sein eigenes Resultativ in der Willensfreiheit – die Freiheit auf die eigene Freiheit zu Verzichten. Die Elementarformen beschreiben den Grundsatz einer einfachen Gesamtheit, obgleich diese schon nur mehr als evolutionäre Erinnerung präsent sind. Es lässt sich nicht abstreiten – der Traum wird zum Rausch – der Rausch zu Homogenisierung; und die Flucht aus der Heterogenität zum Traum! Träume Geist – Träume!

Consulter l’annonce du vendeur pour avoir plus de détails! Der Imperativ ist wohl die letzte Konsequenz in jeglicher philosophischen Tätigkeit. Der Imperativ trägt jegliche Quintessenz – der Imperativ ist die göttliche/letzte Instanz aller Bemühungen. Es ist seine Teleologie! Warum? Warum steht nicht eine Frage am Schluss? Warum müssen wir? Warum fragen wir? Weil jeder sich und keiner jemals die Fragekategorien eines I. Kants entwirrt hat. Weil keiner einen Immanuel Kant aus der Intensivation geholfen hat. Weil keiner die Blüten höchster Frage-Erkenntnis konkret beantwortet hat. Weil keiner gegen den Strom geschwommen ist – noch nie.  Der Strom wandelte sich. Schwimmen ist keine Grundkompetenz mehr. Tief tauchen und hoch springen. Dem Faszinationsmoment Nahrung darbieten. Spuren des Verwischens entwickeln erst ein Gesamtbild welches in keiner Form und in keiner Art jemals die Frage nach dem was soll ich [losgelöst vom Autor, ich als Dekonstruktion] tun? Der Imperativ ist der geteilte Blick – er lässt beide sehen – den Dominanten und den Rezessiven. Den Rezipienten und den Sprecher – jener der mit Worten spielt als wären es Bausteine. Jedem der das Gebilde erst jetzt als Ganzes erkennt. Als fertiges Produkt, zusammengebaut aus vielen/einigen Einzelteilen. Geformt durch die Anleitung/dem IKEA-Imperativ. Schraube um Schraube – Brett um Brett. Und trotzdem fragen wir uns, ob wir dem Befehl auch tatsächlich nachgekommen sind. Wir stehen dem Produkt wie gesehen gegenüber. Wir haben wie gekauft. Doch sind wir dem Befehl/Imperativ des IKEA-Dispositiv auch wirklich nachgekommen? Haben wir konsultiert. Nein. Wir haben bewertet – beurteilt. Wir unterschieden zwischen brauchen-wir-nicht und wollen-wir-nicht. Ein Konsultationsimpuls des „Jenes-passt“. Doch der Impuls – die Frage: „Haben Sie ein Produkt gegen meine depressive Stimmung?“. „Haben Sie ein Produkt das meinem Sex entspricht?“ „Können Sie mir ein Produkt gegen dies und für jenes empfehlen?“ haben wir nie gewagt. Wir konsultierten nie die Details. Obwohl wir die Möglichkeit hatten/haben. Obwohl es sogar gewünscht war. Verlangt! Wir fesselten uns mit den Stricken unserer eigenen Beschränktheit. Wir stehen kurz davor das Meer zu verlassen und reinen Sauerstoff zu atmen – doch wollen wir das? Natürlich wollen wir das, wir brauchen den Sauerstoff um atmen – wir brauchen ihn als Medium um zu sprechen. Lernen wir endlich zu sprechen, dann lernen wir vielleicht auch zu konsultieren.

III. FINE

  • Im Schluss erwartet man von mir eine Zusammenfassung. Nonsens. Ich nutze den Schluss um zu Danken. Danke an:
    Die Französisches Sprache – danke das ihr ein „la fin de monde“ noch immer als Ende und Ziel zulässt.
  • Danke an meinen lieben Freund (der gerade diesen Test [wahrscheinlich als Erster] gelesen hat) und mich motiviert hat an Foucaults Theoreme anzuknüpfen.
  • Danke an die Macher des Musicals Hair für die musikalische Unterstützung!
  • Danke an den Erfinder des Inbusschlüssel!

 

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§ Eine Antwort auf Das IKEA-Dispositiv

  • A sagt:

    Bravo, super formuliert — und brillant gedacht!

    Eventuell eine zweite Lesung, sodass Fehler verschwinden können.

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